Samstag, 15. September 2018

Noch einmal gestreichelt vom Sommerwind



















 

Noch einmal gestreichelt vom Sommerwind       
       

Die Sonne winkt freudestrahlend vom Horizont
Sanft streichelt er mich, der Sommerwind
Ich schick meine Grüße weit, wo mein Heimweh wohnt
Wo einst meine Erinnerungen geboren, wo ich ein Kind

Wo die Weizenähren getanzt im goldenen Kleid
Der Klatschmohn am Wegrand, wie leuchtende Feuerglut
Heimat, welch wunderschöne, reiche Zeit
Mir geschenkt. Meinem Heimweh immer nur „die Flut“

Schweigend geh ich durch die Felder, atme Heimatluft
Bienen küssen das Blütengelb vom Mahagonistrauch
Rosen schenken mir ihren unvergesslichen Duft
Aus dem Brotbackofen, dort am Gartenzaun, steigt der Rauch

Die Rebenspalier stolz ihre Trauben trägt
Die Tauben gurren zum schönsten Konzert
Großvater den alten Baumstamm zersägt
Großmutter kocht die Suppe auf dem alten Herd

Noch einmal die vertrauten Wege meiner Heimat gehen
Noch einmal unter dem blühenden Kirschbaum liegen
Noch ein letztes Mal, betend, vor der Friedhofskapelle stehen
Mich noch einmal in den Ästen der alten Weide wiegen

Noch einmal nur den Heimathimmel spüren
Wenn er uns stumm seine Gnade verteilt
Noch einmal nur die Gassentürklinke am Elternhaus berühren
Ein letztes Mal zuhause sein, wo unsichtbar, auf ewig, mein Heimweh weilt…

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
        11.06.2017

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ein Sommertag...

Ein Sommertag…                            In der Kaul Plantschen die Kinder Mit alten Autoradschläuchen Die Großelter...