Foto:©Elisabeth Anton
Erschreckend, unsere Welt, seit Großmutter mir von „ihrer Jugendzeit“ erzählt
Oft habe ich es nicht verstanden
Wenn Großmutter mir „von früher“ erzählt
So vieles von damals nicht mehr vorhanden
Menschen und Zeiten haben anderes gewählt
Großmutter erzählte mir von gelebtem Brauchtum
Von Ehrfurcht vor Muttersprache, dem Alter
Dass nicht Geld der wichtigste Reichtum
Sondern die Liebe, dass sie über alles, für alle, wohltuender Seelenverwalter
Großmutter erzählte mir von gelebter Nachbarschaft, Dank und Zufriedenheit
Man freute sich, wenn das Christkind an alle gedacht
Man war dankbar und zufrieden, für jede Kleinigkeit
Damals, zu ihrer Zeit, da waren Glaube, Liebe, Ehrlichkeit, eine edle Macht
Heute, nach so vielen Jahren
Sehe ich, wie sie sich verändert, die Menschheit
Auch meine Generation noch ehrlich, fleißig, dankbar waren
Heute, als ob alles nur noch eine Sünde der Zeit
Als ob man sie vergessen, die Liebe, die Dankbarkeit
Man sieht sie kaum, oft kennt man die Nachbarn nicht
Man war dankbar, lebte Zufriedenheit
War froh, gab es noch Petroleum für das Petroleumlicht
Die gute alte Petroleumlampe, sie begleitete noch meine Kindheit
Wenn kein Strom, schenkte sie uns ihr strahlendes Licht
Sie erleuchtete in der Nacht jede Dunkelheit
Edle Werte wurden gelebt, die Liebe vergaß man nicht
Heute, heute noch so viele dazu fähig
Noch immer, den Gräueltaten der Kriege zuzusehen, den Frieden nicht gewählt
Obwohl sie die Macht, all diese Gräueltaten zu beenden, täglich
So verändert, unsere Welt, seit Großmutter mir aus ihrem Leben erzählt
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
20.01.2026

