Sonntag, 16. Juni 2019

Hoffnung, für die Vernunft der Welt



  
Hoffnung, für die Vernunft der Welt                            





Der Morgen streut seine Stille über die Welt

Der Augenblick lässt Wohltat leben

Sommermorgen, welch Glück du bestellt

Welch Gefühl von Zufriedenheit du gegeben



Ein Blütenmeer schmückt den Wegrand

Ein leises Echo schickt seine Umarmung

Die Zeit reicht dem Augenblick die Hand

Vergänglichkeit füllt das Buch „Erinnerung“



Es ruht selbst das Wolkenmeer

Kaum ein Blatt bewegt sich

Die Straßen so still, so taub, so leer

Ich hoffe, die Vernunft der Welt erholt sich…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

           15.06.2019




Irgendwie, irgendwann...



















Irgendwie, irgendwann…                                  

   Alzheimer-Jahre



Niemand trocknet meine Tränen

Ob das Leben ungerecht oder gerecht

Das Glück, tief im Herzen, noch lange zu erwähnen

Ohne mich zu fragen, was richtig, was ungerecht



Keine Waage bleibt immer im Ungleichgewicht

Hebt sich die eine Schale, wird sie irgendwann wieder unten sein

Immer nur Glück oder immer nur Leid, das gibt es nicht

Irgendwann scheint auch Licht in deine Seele hinein



Irgendwann rächt sich alles im Leben

Mal Freude, mal Tränen, mal Lachen, mal Leid

Eine Waagschale nur oben, nur unten, das wird es nie geben

Alles rächt sich im Leben, irgendwann, mit der Zeit



Irgendwann welken die schönsten Rosen

Irgendwann blüht das läutende Schneeglöckchen

Irgendwann füllen und leeren sich die Dosen

Mal neu, mal alt, auch das selbstgestrickte Söckchen



Irgendwie hält das Leben für dich ein Gleichgewicht

Kannst du das auch nicht gleich erkennen

Irgendwann mal jede Rose mit ihren Dornen sticht

Flut ohne Ebbe, Schatten ohne Licht, das gibt es im Leben nicht…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

             21.02.2006





"Will der Himmel uns eine zweite Chance geben?"



















„Will der Himmel uns eine zweite Chance geben?“                                             
  Fragte Helmuth, in den Gassen von Venedig, trotz Alzheimer       


Will der Himmel uns eine zweite Chance geben
Weil wir ein Leben lang vergessen auf unsere Zeit
Wir haben nur geschuftet, immer nur gegeben
Für Hilflose da, wenn Feste gefeiert die Allgemeinheit

Wir haben die Alten, die Kranken nie vergessen
Wir haben immer nur geschuftet, so oft die Zeit übersehen
Im Nachhinein ist´s klar: Unsere Jahre, schwer zu messen
Im Leben soll man nicht nur den Weg der Arbeit gehen

Wir haben auch gelacht, getanzt, gesungen
Wir haben geschuftet, gespart, viele Tränen geweint
Zu selten gemerkt, wie unsere Stunden verklungen
Dass die Sonne, für jeden, nur einen Weg bescheint

Wir haben alles mit Geduld und Sorge getragen
Wir schwiegen und weinten in unserem Leid
Fuhren dankbar durch die Zeit, auf unserem Lebenswagen
Oft vergessen „zu leben“, oft sie übersehen, unsere Zeit

„Will der Himmel uns noch eine zweite Chance geben
Damit wir noch einmal des Lebens Reichtum spüren
Will der Himmel uns wirklich noch eine zweite Chance geben
Damit wir noch einmal die Schönheiten „unserer Stunden“ berühren?“

„Wer weiß das schon?“ – antwortete das Meer…

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
                19.02.2006



Hoffnung, für die Vernunft der Welt

   Hoffnung , für die Vernunft der Welt                             Der Morgen streut seine Stille über die We...