Foto:©Elisabeth Anton
Heimat, als ob vom Erdboden ausradiert
In jedem Zimmer hängt eine Erinnerung
An jeder Wand sprechen Bilder aus
alten Zeiten
Irgendwann verschwand sie, die
heimatliche Umarmung
Weil Heimat ausradiert, nach allen
Seiten
Wohin du schaust, erstickt
gähnende Leere den Augenblick
Elternhaus, Hof und Garten, es
gibt sie nicht mehr
Für gelebte Jahrzehnte gibt es
kein Zurück
Heimatgassen, Häuserreihen so stumm,
kein Zuhause mehr
Auf der Hutwett umarmt der Wind die
Herbstblätterpracht
Die er hierher gefegt, im Laufe
der Tageszeit
Am Feldrand, kein Soldat mit
aufgepflanztem Gewehr mehr wacht
Sie kommt nie wieder, unserer
Heimatjahre edle Zeit
Auf den Feldern werden keine
Hanfgarben mehr gebunden
Die Ziegel- und Hanffabrik, als
ob vom Erdboden ausradiert
Auch von all den anderen
Fabriken, kaum noch ein Rest gefunden
Im Zentrum noch der Hl. Florian
die Kreuzung am Kirchenvorplatz ziert
Die Gärten haben ihre Schönheit
verloren
Die Häuserfassaden, als ob nur ein
trauriges Gesicht
Dort, wo einst die Hatzfelder
geboren
Blühende Stadt geschaffen, brennt
es heute nicht mehr, das Heimatlicht
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
21.09.2019

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