Samstag, 12. September 2020

Sommerabende in meiner Heimat

 


Foto:©Elisabeth Anton

 

Sommerabende in meiner Heimat              

 

Frösche quaken gut gelaunt in der Abenddämmerung

So oft genoss ich dieses einzigartige Konzert

Nach 32 Jahren nicht gestorben, meine Erinnerung

Was ist sie mir von unbezahlbarem Wert

 

Die Vögel verloren ihre letzten Lieder

Bevor sie eingenickt in den Baumkronen

Jeden Sommerabend, und immer wieder

Diese Wunder der Natur meine Abendstunden belohnen

 

Ein letztes Grunzen im Schweinestall

Die Hühner längst in ihren Akazienbaumkonen

„Aussiedlung“, diese Völkerwanderung, brache Heimat zu Fall

Was war das ein Reichtum, geborgen, in der Heimat zu wohnen

 

Immer und immer wieder meiner Frösche Abendvorstellung

Weltkonzert, ihr Quaken, im lauen Sommerwind

Was tut sie gut, was tut sie weh, so manche Erinnerung

Ich weiß genau, wie wertvoll, unbezahlbar, diese Heimatjahre sind

 

Warum, warum dürfen sie noch immer bestehen

Diese grausamen, sadistischen Diktaturen

Warum lässt man Menschen nicht sich die Welt ansehen

Um zu vergleichen, was ist die Fremde, was sind die Heimatfluren

 

Warum gibt es keine globale Gerechtigkeit

Für alle Menschen auf dieser Welt

Die Jahre dieser Diktatur, diese verbotene Freiheit

Warum, wer, Heimat mit Völkerwanderungen quält

 

Sie ist so still, diese frierende Kühle der Nacht

Ich denke an das Froschkonzert im Kanal, am Stadtrand

Stelle fest, was man aus meiner schönen Heimat gemacht

Seit Völkerwanderungen sich reichen die Hand

 

Ein Sommerabend in meiner Heimat Hatzfeld

Wenn Heimatwind voller Ehrfurcht die Stoppeln grüßt

Wenn der Duft wie Balsam, vom weiten Feld

Weil keinen Augenblick seine Macht eingebüßt

 

Wenn die Abenddämmerung zur Ruhe mahnt

Die Blumen ihre Kelche schließen für die Nacht

Dann hat der Tag seinen Sommer abgesahnt

Jeder Augenblick mit Naturreichtum edelster Größe bedacht

 

Überall diese Stille in den Gassen, Wiesen, Garten, Hof, Haus

Überall, dieses funkelnde Leuchten, grüßt das Sternenzelt

Mond und Sterne umarmen beschützend mein Elternhaus

Welch Zauber ich gelebt, wenn es Sommer in meiner Heimat Hatzfeld.

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

              03.09.2012

 

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