Donnerstag, 10. September 2020

Wo einst Heimat, heute nur noch Erinnerungsraum

















Foto:©Elisabeth Anton


Wo einst Heimat, heute nur noch Erinnerungsraum      





Am Brunnen, die Stille der Stunde

Der alte Eimer, er trägt stolz sein Rostkleid

Aussiedlung, welch nie zu heilende Wunde

Ohne Vergessen, auch nicht mit der Zeit



Am Schuppenbalken ein letzter Dachziegel fällt

Heimatwind lässt ihn zu Boden fallen

Aussiedlung, welch Schmerz sie bestellt

Wenn Erinnerungen durch Elternhaus, Hof, Garten hallen



Im Zwiebelbeet, die alte Hacke noch liegt

Vergessen, beim letzten Rundgang durch den Garten

Über dem Hof, das letzte Taubenpärchen davonfliegt

Seit es gesehen, dass sie vergebens auf vergangene Zeiten warten



Im Schweinestall schon lange kein frischer Klee mehr

Die Spatzen sitzen schon lange nicht mehr vom Futtertrogrand

Aussiedlung erstickt den Augenblick. Kein Zurück mehr

Nachbarn reichen sich nicht mehr die Hand



Der Wunsch nach Freiheit, er nahm alles mit

Ob Menschen, Brauchtum, Muttersprache, Elternhaus

Heimat, was warst du nur ein kurzer Geschichtsschritt

Alles ausgelöscht – ob Heimat, ob Daheim, ob Zuhaus´



Diese Aussiedlung war so ungerecht, so schmerzhaft

Erloschen, alles, als ob nur noch ein Traum

Leere erstickt Heimat, dahin alle Nachbarschaft

Wo einst frohes Heimattreiben, heute nur noch Erinnerungsraum…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                 05.09.2020






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