Foto:©Elisabeth Anton
Wo einst Heimat, heute nur noch
Erinnerungsraum
Am Brunnen, die
Stille der Stunde
Der alte Eimer, er
trägt stolz sein Rostkleid
Aussiedlung, welch
nie zu heilende Wunde
Ohne Vergessen,
auch nicht mit der Zeit
Am Schuppenbalken
ein letzter Dachziegel fällt
Heimatwind lässt
ihn zu Boden fallen
Aussiedlung, welch
Schmerz sie bestellt
Wenn Erinnerungen
durch Elternhaus, Hof, Garten hallen
Im Zwiebelbeet, die
alte Hacke noch liegt
Vergessen, beim
letzten Rundgang durch den Garten
Über dem Hof, das
letzte Taubenpärchen davonfliegt
Seit es gesehen,
dass sie vergebens auf vergangene Zeiten warten
Im Schweinestall schon
lange kein frischer Klee mehr
Die Spatzen sitzen
schon lange nicht mehr vom Futtertrogrand
Aussiedlung erstickt
den Augenblick. Kein Zurück mehr
Nachbarn reichen
sich nicht mehr die Hand
Der Wunsch nach
Freiheit, er nahm alles mit
Ob Menschen,
Brauchtum, Muttersprache, Elternhaus
Heimat, was warst
du nur ein kurzer Geschichtsschritt
Alles ausgelöscht –
ob Heimat, ob Daheim, ob Zuhaus´
Diese Aussiedlung
war so ungerecht, so schmerzhaft
Erloschen, alles,
als ob nur noch ein Traum
Leere erstickt
Heimat, dahin alle Nachbarschaft
Wo einst frohes
Heimattreiben, heute nur noch Erinnerungsraum…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
05.09.2020

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