Ermordet
vom Flammenmeer, all meine Gedichte…
Flammen lodern vor sich hin.
Sie kennen die Tragik meiner Seele nicht.
Sie wissen nicht,
wie weh das tut, tief in mir,
wenn sich Blatt um Blatt, jedes Blatt,
zu ungeahnten Kunstformen windet,
als ob gegen dieses Flammenmeer
sich wehren wollend.
Blatt um Blatt, so viele waren es:
Hunderte, tausende meiner Gedichte,
als ob jedes Blatt, das zu Ruß, sich sinnlos gewehrt,
unschuldig erstickt, ermordet in der Flammenglut.
Mir, jedes Mal, das Herz zerrissen.
Immer und immer wieder, erneut.
Ich musste schweigend zusehen,
wie jedes meiner Worte, Gedanken, dem Tod geweiht.
Erstarrt kniete ich vor den Flammen,
die sich, als ob spielend, in alle Richtungen gedreht.
Und mit jedem Knistern verbrannte ein Blatt, ein Gedicht.
Als ob alles nur sinnloses Schreiben gewesen,
weil meine Gedichte dem Geist der Zeit, dieser Diktatur, nicht gewogen.
Stummes Schweigen. Meine wortlosen Tränen erstarrt,
beim Anblick vom Verlust im Flammenmeer.
Plötzlich, nur noch Glutformen, die zu Asche ausgekühlt.
Plötzlich, all meine Gedanken, Gefühle, nur noch stummer Hügel aus Asche.
Keiner Flamme tat es leid, um meine Gedichte.
Weil keine ahnen konnte, dass sie mir nicht Wärme geschenkt,
sondern unsagbares Leid, mit untröstlicher Traurigkeit,
weil sie brennen mussten, aus Angst vor dieser Diktatur…
©Elisabeth
Anton, Speyer / Hatzfeld
10.09.2015
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