Donnerstag, 7. Juni 2018

Heimat, die Walze der Geschichte, sie löschte dich aus             

Am Brunnen dort, auf der alten Eisenkette
Dreht sie sich mit, die Zeit
Jahreszeiten gleiten, als ob um die Wette
Heimatwelt, welch Geborgenheit

Diese uralte Brunnenkette, sie drehte sich
Um diese Holzwalze - tagein, tagaus
Wasser vorhanden, wie selbstverständlich
Für Garten, Vieh - jahrein, jahraus

Welch Reichtümer, in meinem Elternhaus
Wo Heimat ihre Geborgenheit verteilt
Katze schlief in der Sonne, Hund hütete sein Haus
Voller Ehrfurcht, in dieser Traumwelt ich verweilt

Ich atmete so gerne diesen Duft
Von frisch gemähtem Klee
Diese Tomaten-, Salat- und Blumenluft
Welch Reichtum pur, wo ich geh und steh

Die Schönheit von blühenden Kirschbaumkronen
Was saugte man sie in vollen Zügen auf
Was war es so schön daheim, in der Spengelgass´ zu wohnen
Was war er so göttlich, dieser Stunden Sekundenlauf

Hühner gackern, Tauben gurren, grunzende Schweine
Welch Naturgedicht, in Edelsteinreichtum
Hier, daheim, fand jeder das Seine
Meine Heimat, welch unantastbares Heiligtum

Dennoch, der Geschichte unbarmherziges Rad
Wie tonnenschwere Eisenwalze über Heimat und Erinnerung
Hatzfeld, deiner Ahnen so reiche, so edle Saat
Vom Rad der Geschichte geplündert - so ohne Wiederkehr, ohne Hochachtung…

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
   21.11.2013

                                                                                                                                



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