Sonntag, 3. Juni 2018






Weil du auf meinen Stein wartest, dort am Fluss                                              


 
Ich stehe hier am Ufer, nachdenklich
Der Fluss nimmt alles mit
Jedes Blatt, jedes Zweiglein, jeden Augenblick
Als ob so bestimmt von der Vergänglichkeit
Ich versuche, deinen Namen, in einen flachen Stein
tief einzuritzen, ein Stück für die Ewigkeit
Jeden Buchstaben küsse ich besonders zärtlich
Als ob meine Lippen „Sehnsucht“ schreiben
Ich lege den Stein wieder zurück
Mit der Hoffnung, er bleibt nicht am Ufer liegen
Umspült vom Wellenschaukeln des Flusses
Gestreichelt von der Sonne Strahlen
Meine Gedanken hüllen mich kurz in einen Traum
Der mich zu dir trägt
Bis ein besonderes Plätschern mich schauen lässt
Dorthin, wo ich den Stein mit deinem Namen abgelegt
Kein Halten mehr, kein Verharren
Hebt doch die Welle den Stein
Nimmt ihn mit, lässt ihn hüpfend gleiten
Im Kräftetosen ihrer Freiheit
Bis er nicht mehr sichtbar, für mich
Bis ich, schweigend, mit Tränen in den Augen
Dem Abend entgegen spaziert
In der Hoffnung, der Fluss trägt ihn weit
Den Stein, mit deinem eingeritzten Namen
Bis vor deine Füße, dort, wo du am Fluss stehst
Auf eine Nachricht von mir wartend
Weil Du hören willst, wie sehr du mir fehlst…




©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
    06.02.2016               


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

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