Samstag, 4. August 2018
Sommererinnerungen...
Sommererinnerungen…
Hitze thront über Stadt, Wiesen, Gassen, Land
Felder tragen, der reifenden Ähren letzte Last
Schnitter arbeiten nicht mehr Hand in Hand
Reben, nicht mehr gebunden mit Bast
Die Weingärten, bei Rapova, seit langem dem Erdboden gleich
Dort, wo einst zwischen den Rebstöcken kein Grashalm zu finden
Trauben hingen so stolz im Sonnenlicht. Wie reich
Sie einst war, die Zeit bei den Weiden, unter den Linden
Kein Kind mehr freut sich über sie, pflückt
Weder Kornblumen noch Klatschmohn am Wegrand
Keiner sich mehr nach „den Storze“* bückt
Verschwundene Heimat, verlorenes Land
Heimat, einst umarmt vom lauen Sommerwind
Menschen, voller Ehrfurcht vor Weizenfelder und Abendrot
Jahrhunderte einfach ausgelöscht. Wo „die Aussiedler“ heute wohl sind?
Sommer daheim, welch Himmelsgeschenk, bis zu meiner Heimat Tod…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
02.07.2017
*die Storze, Mundart, Wurzel vom Maisstängel. Wenn der Pflug alles durchgeackert, lagen diese Wurzeln (weil die Maisstängel ja vorher mit der Sichel abgeschnitten, Handarbeit, zu Garben gebunden, für Viehfutter oder Heizung im „Laabowe“ - Laubofen, weil eben mit dem Laub der Maisstängel gefeuert wurde) obenauf, man ließ sie ein, zwei Tage trocknen, dann ging es hinaus aufs Feld, diese einzusammeln, in Säcke, mit kleinen Handwagen wurde diese dann nach Hause gefahren, im Schuppen, der nur für diese Maiswurzeln war, gelagert.
Mit ihnen wurde an Waschtagen der Kessel geheizt, die Wäsche gekocht, das war natürliches Brennmaterial, man ließ es nicht einfach so auf dem Feld verrotten.
Damals wurde noch der Mist vom Vieh auf die Felder gefahren, was ich als „bio“ kenne, und nicht das, was heute als „bio“ „gepriesen“ wird. Erinnerungen aus meiner Kindheit, meinem Elternhaus, was es nicht in jedem Haus in der Form gegeben, aber von vielen praktiziert.
Diese Prozedur gab es in jedem Jahr nach der Maisernte, weil man dadurch Holz gespart.
Wir lebten, voll und ganz, den Kreislauf der Natur, mit ihm, durch ihn, für ihn. Es wurde nichts verschwendet, alles verwendet, wie es sich eben im Alltag nutzen ließ.
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