Sonntag, 14. Oktober 2018

ER hatte kein Glück...


















ER hatte kein Glück…       

                       
Wie viele Unschuldige wohl ihr Leben ließen
An den Grenzen Rumäniens – ob Donau, ob Züge, ob Stacheldraht
Über wie viele Grenztote wohl stille Gräser sprießen
So manch einer nicht mal ein Grab hat

Irgendwo, vielleicht ein Loch gegraben
Den erschossenen Grenzflüchtigen „vergraben“, ohne Ehrfurcht, ohne Reue
Manch einer dieser Grenzsoldaten hatte „besondere Gaben“
Zum Schreiben nicht fähig, aber dem Vaterland sie geschworen, die Treue

Denkt wahrhaftig, heute, keiner mehr
An all die unschuldigen Toten unserer Welt
Ob erschossen an den Grenzen, zu Tode gefoltert in Gefängnissen, kein Brot, Wasser mehr
Ob in all diesen Kriegen gefallen. Wer, heute, sich diese Frage noch stellt

Weil ER sie geliebt, die Freiheit
Zog er los, Richtung Grenze – bei Nebel, Nacht und Eisregen
Hoffte, er wählte eine gute Jahreszeit
Dass Grenzsoldaten sich, bei diesem Wetter, nicht zu oft nach draußen bewegen

Stundenlang kroch er über Matsch, Stoppelfeld, weh taten Hände und Knie
Sein Haar schon zu Eisstäben gefroren, durchnässt jedes Kleidungsstück
Leider, ER erreichte die Freiheit, das Land seiner Träume nie
Zu Pferde kamen sie geritten. Im Kugelhagel der Nacht hatte ER, leider, kein Glück…

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
      29.10.2017

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