Großi, auch wenn du
so weit…
Großi, ich denke an dich
Heute, wie an all den vielen
Tagen
Die Jahre, so vergänglich
Ich hatte noch so viele
Fragen
Du und Großvater, ihr habt
sie geprägt
Die Gemälde meiner
glücklichen Kindheit
Ihr habt die Stunden auf
„Freude“ gedreht
Sie war so schön mit euch,
die Zeit
Großi, du hast mir Nähen,
Stopfen, Sticken beigebracht
Wie man Schals, Handschuhe
und Socken strickt
Ihr habt mir sie gezeigt, der
Sterne Wundermacht
Wie man sich, immer, zu den
Hilfebedürftigen bückt
Dass man stets, mit Herz, für
alle da
Welch Hilfe auch immer sie
brauchen
Bis heute ist eure Liebe mir
nah
Schornsteine in der
Spengelgass´ nicht mehr rauchen
Meine kleinen Hände falten,
zum Beten
Hast du mir gezeigt, auch vor
dem Friedhofstor
Du nahmst mich mit in den
Garten, zum Jäten
Du hast mit mir gesungen, als
ob im größten Chor
Jeden Tag hast du gekocht,
auf unserem alten Herd
Bei jedem Teig durfte ich
meinen Kuchen formen, kneten,
Die Jahrzehnte mit euch, von
unbezahlbarem Wert
„Vor dem Einschlafen musst du
einen „Vaterunser“ beten.“
So sagtest du, Großi, darauf
hast du Wert gelegt
„Ohne „Vaterunser“ geht man
nicht in die Nacht
Weil man nie weiß, was
Schicksal alles herbeifegt
Mit „Vaterunser“ einschlafen,
mit „Vaterunser“ aufgewacht.“
Großi, so viele Jahre bist du
schon weit
Meine Gedanken ersehnen sie
oft, unsere Zeit
Meine Großeltern, welch Heiligtum
meiner Lebenszeit
Sie sind mir nah, auch wenn
ihr Sein die Ewigkeit
Meine Großi, abgöttisch hat
sie mich geliebt
Und Großvaters Liebe war
nicht minder klein
Manch Erinnerung mein Auge
trübt
Ich weine. Es war schön, durch
euch so reich zu sein
Großi, eben dir 30 weiße
Tulpen aufs Grab gelegt
Einen „Vaterunser“
gesprochen, still um euch geweint
Das Leben hat unsere
Erinnerungen nicht weggefegt
Sie leben in mir, mit eurer
mir geschenkten Liebe tief vereint…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
14.02.2013
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