Donnerstag, 14. März 2019

Wortlos stehe ich da, im Hof meiner Kindheit


















Wortlos stehe ich da, im Hof meiner Kindheit                      

     Erinnerungen an meine Heimat Hatzfeld



Ich stehe allein, wortlos still in der Stalltür

In der Wandkrippe noch ein vergessener Strohballen

Keine Schwalben drehen mehr ihre Sommerkür

Keine Laute ihrer Jungen mehr durch den Raum hallen



Schwalbennest neben Schwalbennest, alle leer

Allein und verlassen, der Schwalben Kunstwerke an der Wand

So schön wie es mal war, wird es nie mehr

Die gute Nachbarin, sie hält nicht mehr meine Hand



Die Pferde Mara und Morgan, es gibt sie nicht mehr

Hinter der Stalltür steht die Kuh nicht mehr an ihrem Futtertrog

Schwalben- und Sperlingsnester – verlassen und leer

Die Geschichte nahm alles mit, im unaufhaltsamen Sog



Der „Schroter“ im Hof, er steht schon lange still

Einst, das Pferd im Kreis sich um ihn gedreht

Den Mais zu schroten, im Rhythmus der Zeit, leise still

Über die Gartenmauer der stumme Abendwind weht



Die Lämmer im Stall hinter dem Schuppen, nicht mehr zu hören

Der rote Klatschmohn im Garten, längst verblüht

Was können Menschen so viel Wertvolles zerstören

Nur das Abendrot, heute noch, schweigend am Westhorizont verglüht



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

           12.03.2019




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