Wortlos stehe ich da, im Hof meiner Kindheit
Erinnerungen an meine Heimat Hatzfeld
Ich stehe allein, wortlos still in der Stalltür
In der Wandkrippe noch ein vergessener Strohballen
Keine Schwalben drehen mehr ihre Sommerkür
Keine Laute ihrer Jungen mehr durch den Raum
hallen
Schwalbennest neben Schwalbennest, alle leer
Allein und verlassen, der Schwalben
Kunstwerke an der Wand
So schön wie es mal war, wird es nie mehr
Die gute Nachbarin, sie hält nicht mehr meine
Hand
Die Pferde Mara und Morgan, es gibt sie nicht
mehr
Hinter der Stalltür steht die Kuh nicht mehr
an ihrem Futtertrog
Schwalben- und Sperlingsnester – verlassen und
leer
Die Geschichte nahm alles mit, im
unaufhaltsamen Sog
Der „Schroter“ im Hof, er steht schon lange
still
Einst, das Pferd im Kreis sich um ihn gedreht
Den Mais zu schroten, im Rhythmus der Zeit,
leise still
Über die Gartenmauer der stumme Abendwind
weht
Die Lämmer im Stall hinter dem Schuppen,
nicht mehr zu hören
Der rote Klatschmohn im Garten, längst
verblüht
Was können Menschen so viel Wertvolles
zerstören
Nur das Abendrot, heute noch, schweigend am
Westhorizont verglüht
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
12.03.2019

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