Freitag, 24. Mai 2019

Ich buchstabiere "Heimat"



















Ich buchstabiere „Heimat“        



           

Heute will mein Heimweh wieder nach Haus

Dann will es das Wort „Heimat“ buchstabieren

Ich sehne mich nach der Zeit im Elternhaus

Wo Vieh und Vögel kostenlos musizieren



Ob spät am Abend oder früh am Morgen

Ob Tag, Nacht, Frühling oder Winterzeit

Vogelstimmenklänge begleiteten meine Sorgen

In die Sanftheit ihrer Stimmen gehüllt, welch Geborgenheit



Dort, dort in meiner Spengelgass´, in meinem Hatzfeld

Dort, dort lebte ich Natur und Menschsein, täglich zu spüren

Es sangen die Vögel, die Kinder spielten, es blühten Garten, Feld

Dort, dort konnte ich Leben, Natur, Erde und Sein berühren



Will mein Heimweh das Wort „Heimat“ buchstabieren

Dann geht meine Sehnsucht auf Reisen, nach Hause, nach Hatzfeld

Dorthin, wo einst Menschen noch zum Namenstag gratulieren

Heimat, du edles Stück Leben, du Erde, so reich an Wiesen, Gärten, Feld



Ich sehe mich, durch die Gassen, Felder gehen

Berühre, mit streichelndem Finger die Blumenkelche am Wegrand

Ich sehe mich vor den Gräbern meiner Freunde stehen

Heimat, in Gedanken reich ich unseren Erinnerungen die Hand



Ich habe Heimweh, sehne mich nach Hause, nach Hatzfeld

Spüre, wie die Kirchturmglocken ihre Geschichte verlieren

Ich weine, schaue über Gassen, Friedhof, Wiesen, das schweigende Feld

Wenn Heimweh mich erstickt, versuche ich, ganz leise, „Heimat“ zu buchstabieren…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

         29.01.2009






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