Sonntag, 26. Mai 2019

Machtlos, wenn Erinnerungen einfach sterben


















Machtlos, wenn Erinnerungen einfach sterben                 





Wenn die Erinnerungen mal, alle, einfach sterben

Und die Gassen tragen ein fremdes Gesicht

Wenn keiner mehr da, nur der Geschichte Erben

Hat die Vergänglichkeit gezeigt, was sie verspricht



Wenn unserer Ahnen Fleiß, ihre Liebe zur Heimat nicht mehr sichtbar

Wenn nur noch hie und da ein altes Mahnmal steht

Dann, die Vergänglichkeit, skrupellos, ihre Gegenwart gebar

Meine Heimat, still und wortlos, durch die Winterzeit ihrer Geschichte geht



Hatzfeld, du einst so blühende Stadt, traute Heimat voller Glück

Was hast du die Menschen mit Freude, Güte, Brauchtum umarmt

Dein Gesicht von damals verloren. Sie kommt nie mehr zurück

Die Zeit, in der ein Nachbar, bedingungslos, sich deiner erbarmt



Selbst die Feldwege, sie bieten ein anderes, fremdes Bild

Sie fehlen seit langem, die farbenfrohen Wildblumen am Wegrand

Wer hat wohl, auf mein Hatzfeld, mit „diesem Pfeil“ gezielt

Blühende Heide, einst so voller Leben. Heute, schweigt selbst der Sand



Wo sind sie nur hin, deine Menschen, deine Jahre, dein Gesicht

Heimat, Heimat kann man nicht kaufen, nirgendwo erwerben

Man ist so machtlos, wenn die Geschichte ihr Urteil spricht

Und zusehen muss, wie Erinnerungen, still und wortlos, einfach sterben…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

         06.02.2009








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