Sonntag, 26. Mai 2019

Schwanger, das waren SIE "nebenbei"...


 















Schwanger, das waren SIE „nebenbei“…          
      

   

Wenn ich die heutige Generation so jammern höre

Dass schon der kleinste Vorfall eine Riesenbelastung

Schweiß mal tropfend auf der Stirn. Ich zerstöre

Damit dieses Bild von Fleiß und Schuften, Arbeit und Hoffnung



Die müssen sich mal an stundenlanges Rackern gewöhnen

Mal ihren Tag auf viel mehr Stunden Arbeit ausdehnen

Bei kleinster Anstrengung, die meisten schon unter Atemnot stöhnen

Und sich nach Wochenende und Partys sehnen



Was sagt ihr denn zu den Frauen, damals auf dem Feld

Die einst, nach dem Krieg, geschuftet für den heutigen Wohlstand

Schwanger, das war die Frau damals „nebenbei“, nicht als Held

Und ging es ihr mal schlecht, ruhte sie ein Weilchen aus, am Ackerrand



Frauen schufteten auf dem Feld, mit ihrem Kind unter dem Herzen

Da fragte keiner: „Warst du schon bei der Schwangerschaftsgymnastik?“

Sie begannen bei Sonnenaufgang – ob Freude, ob Schmerzen

Und sie fielen ins Bett, mit „ihrem Bauch“ voller Ästhetik



Nur, nur sahen sie in der Fülle ihrer Pflichten nicht

Wie schön sie als Frau, als werdende Mutter, mit ihrem Kind

Sie schufteten von früh bis spät, oft begleitet vom Mondlicht

Stress, ein Fremdwort. Dankbar, wenn der Schweiß getrocknet vom Wind



Damals schufteten auch die Frauen, für den heutigen Wohlstand

Ob in Fabriken, auf Bauernhöfen, auf dem Feld, am eigenen Herd

Da gab es weder Fußpflege noch Maniküre für die Schwielen an der Hand

Damals waren Arbeit, Fleiß, Pflichterfüllung von edelstem Wert



Die werdende Mutter, auch sie schuftete auf dem Feld

Ob es nasskalt oder heiß, wenn manch strömender Regen sie berührt

Damals, was hat sie geschuftet, gerackert, für ihrer Kinder glückliche Welt

Und hat, neben Feldarbeit, noch den Haushalt geführt



Und die Kinder? Sie wurden groß in dieser Welt

Wo sie gelernt, dass harte Arbeit, Fleiß und Ehrlichkeit das Leben

Sie haben keine Fragen nach Stress oder Luxusgüter gestellt

Aber wohl erlebt, dass es Reiche und Arme kann geben



Die Menschen waren noch dankbar und zufrieden

Sie spürten noch den Wert von Menschsein und Ehrlichkeit

Da freute man sich noch, dass Kartoffel auf dem Herd sieden

Diese Delikatesse für die Abendmahlzeit



Kinder mussten satt, ehrlich, sauber, fleißig, einfach gekleidet sein

Das war das Ziel, damit der Tisch nicht ganz leer, nur ein Ei

Und dennoch, bei all dieser Armut konnten die Menschen zufrieden sein

Stress? Die Frauen arbeiteten auf dem Feld. Schwanger, das waren sie „nebenbei“



Ich verneige mich in Ehrfurcht, vor dieser Generation…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

           07.02.2009




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