So war es einmal, damals in meiner Heimat
In Gedanken
schweift mein Blick über deine Äcker
Träne um Träne
streichelt mein Gesicht
Vor mir steht
der uralte Wecker
Erinnerungen
vergessen? Nein, das kann ich nicht
Ich kann sie
nicht vergessen, der Heimatjahre schöne Zeit
Der Duft des
Fliederbaumes am Gartenweg
Es war so schön
- ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winterzeit
Für alle Sorgen
gab es, immer, irgendeinen Weg
Da haben
Nachbarn sich noch gekannt
Und wollten
nicht stumm an dir vorbeigehen
Da reichte man
sich zum Namenstagfeste noch die Hand
Feierte diesen
Tag. Nach Belieben konnte jeder kommen und gehen
Jeder wusste,
wann Josefi, Hans, Liss oder Kathrein
Deshalb wurden
die Namenstage gefeiert
Man schloss
sich nicht am Geburtstag ein
Zählte nicht,
ob einer mehr oder weniger gefeiert
Jeder hat
Kuchen gebacken, keine Einladung für die Gäste
Jeder kam,
unaufgefordert, man freute sich. Tor, Gassentür weit auf
Man verschwieg
nicht, wie hier im Westen, die Geburtstagsfeste
Und schloss nur
„mit vorab geplantem Termin“ die Haustür auf
Was waren das noch Zeiten, für manch einen
unbegreiflich
Genau so auch
mir geschehen, wenn Großmutter mir oft erzählt
Von ihrer Heimat,
Leben auf dem Hof des Grafen. Wenn auch spärlich
Die Zahlungen gewesen,
aber Hunger, Hunger hat niemanden gequält
Sie erzählte
mir oft, voller Begeisterung
Von der Tenne,
dem Mähdrescher, dem Obstbaumwald
Wie ein Märchen
war für mich ihre Erinnerung
Und doch war
ich, irgendwie, dieser Welt gegenüber kalt
Aber heute,
heute kann ich sie mehr als gut verstehen
Wie wundervoll
die Welt ihrer Kindheit war
Sie musste auch
bittere Kriegsjahre überstehen
Kummer und Leid
sie bedrückt. Schneeweiß ihr Haar
Und so wie
„Großi“ damals, gedenke ich heute meiner Zeit
Und frage mich:
Wie eiskalt ist doch diese unsere Welt
Krieg und Macht
scheinen wichtig, nicht hungernder Kinder Geborgenheit
Wo ist diese
Zeit, diese wundervollen Stunden, in meiner Heimat Hatzfeld...
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
10.03.2003

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