Speyer am Rhein
- meiner Freiheit Endstation
In Speyer, da wohnen wir seit fast 40 Jahren
Das Schwert der Mächtigen ließ mich in Freiheit nicht frei sein
Voller Wehmut an den Bergen vorbeigefahren
In den Bergen wohnen, das durfte für uns nicht sein
Nach manchem Aufnahmelager, einem halben Jahr
Wohnten wir in Speyer, meiner Freiheit Endstation
Damals, damals ich noch zu eingeschüchtert war
Von erlebter Diktatur, wo alles nur vorgeschriebene Ration
Irgendwie, irgendwann, in Speyer gelandet
Übel zugerichtete Wohnungen durften wir besichtigen
Irgendwann, meine Geduld gestrandet
„Wir kommen nicht aus dem Urwald, will ich nur berichtigen.“
Dann, irgendwann, auch mal ein wenig Glück
Eine sehr schöne Wohnung wurde uns zugewiesen
So oft quälte es mich, dass der Weg in die Freiheit ohne Zurück
Nie mehr in die Heimat, durch dieser Diktatur Sadisten-Riesen
Was ich heute weiß, wusste ich damals nicht
Sonst hätte ich in Nürnberg um meine Berge gekämpft
Es dauerte Jahre, da wurde es mal Licht
Und ich merkte, was ich versäumt, weil nicht gekämpft
Und dieses Erlebnis, es blieb mir traurige Erinnerung
Bis heute. Ich wusste es nicht, habe zu spät erkannt
Dass man auch als „Aussiedler“ frei, mit eigener Hoffnung
Dass man in Freiheit ihn haben darf, den eigenen Verstand
So sah ich mich, immer und immer wieder, im Zwang
Obwohl in Freiheit, mussten wir nach Speyer am Rhein
Sehnsucht nach den Bergen, mein ewiger Drang
Am Ende, am Ende blieb ich mit meiner Sehnsucht allein
Schlag um Schlag die Jahrzehnte, die Zeit dahin
Und mein Schicksal hat seine Blätter gestreut
Plötzlich war alles, restlos alles, ohne Sinn
Dein Tod, er hat mich nie mehr erhört, bis heut
Nun wohne ich hier, weiterhin in Speyer am Rhein
Wo ich nie und niemals wohnen gewollt
Freiheit, was kannst du eine Täuschung sein
Seit mein Weg, als organisierte Völkerwanderung, durch mein Leben
rollt…
©Elisabeth Anton,
Speyer / Hatzfeld
16.02.2013
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