Foto:©Elisabeth Anton
WEN Erinnerung noch berührt…
Verwaist die Häuser,
Höfe, jeder Garten
Kein Kind spielt mehr
in ausgelassener Fröhlichkeit
Gänse müssen nicht
mehr am Haustor warten
Aussiedlung malt
das Bild der Wirklichkeit
Keine Bank steht mehr
vor dem Haus
Keine Großeltern, mit
Enkel im kleinen Handwagen
Im letzten Haus
ging das letzte Licht aus
Und ohne Antwort blieben
so viele Fragen
Im Garten keine blühenden
Gemüsebeete mehr
Am Wegrand weder Löwenzahn noch Klatschmohn
Die Gassen so fremd,
so menschenleer
„Aussiedlung“ -
welch teurer Preis, welch Hohn
In den Kompottgläser
atmet die Traurigkeit
Sie stehen leer in
Reih und Glied, auf dem schweigenden Regal
So schnell hat man
sie ausgelöscht, diese Zeit
Ob Heimat
vernichtet, ob Fremde schmerzt, ist der Geschichte egal
Im Stall, längst
verlassen das Schwalbennest
Die Hundehütte, die
Schweineställe öd und leer
Schon lange
vergessen, jeder Brauch, jedes Fest
Nicht zu verstehen,
aber Heimat, Heimat gibt es nicht mehr
Im Strom organisierter
Aussiedlung
Hat man skrupellos
geopfert, alles, was zum Ziel geführt
Heimat, mein
Hatzfeld, man nahm dir alles, selbst die Hoffnung
Nur Erinnerung lebt
noch, WEN sie bis heute noch zutiefst berührt
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
08.02.2019

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