Samstag, 14. März 2020

WEN Erinnerung noch berührt…




 Foto:©Elisabeth Anton

 WEN Erinnerung noch berührt…                               





Verwaist die Häuser, Höfe, jeder Garten

Kein Kind spielt mehr in ausgelassener Fröhlichkeit

Gänse müssen nicht mehr am Haustor warten

Aussiedlung malt das Bild der Wirklichkeit



Keine Bank steht mehr vor dem Haus

Keine Großeltern, mit Enkel im kleinen Handwagen

Im letzten Haus ging das letzte Licht aus

Und ohne Antwort blieben so viele Fragen



Im Garten keine blühenden Gemüsebeete mehr

Am Wegrand weder Löwenzahn noch Klatschmohn

Die Gassen so fremd, so menschenleer

„Aussiedlung“ - welch teurer Preis, welch Hohn



In den Kompottgläser atmet die Traurigkeit

Sie stehen leer in Reih und Glied, auf dem schweigenden Regal

So schnell hat man sie ausgelöscht, diese Zeit

Ob Heimat vernichtet, ob Fremde schmerzt, ist der Geschichte egal



Im Stall, längst verlassen das Schwalbennest

Die Hundehütte, die Schweineställe öd und leer

Schon lange vergessen, jeder Brauch, jedes Fest

Nicht zu verstehen, aber Heimat, Heimat gibt es nicht mehr



Im Strom organisierter Aussiedlung

Hat man skrupellos geopfert, alles, was zum Ziel geführt

Heimat, mein Hatzfeld, man nahm dir alles, selbst die Hoffnung

Nur Erinnerung lebt noch, WEN sie bis heute noch zutiefst berührt



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

              08.02.2019


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