Mittwoch, 13. Mai 2020

Man hätte nur die Grenzen öffnen müssen, damals…

















Foto:©Elisabeth Anton


Man hätte nur die Grenzen öffnen müssen, damals…     





Auf dem Tisch, keine Petroleum-Lampe mehr

Die Sichel hängt nicht mehr am Nagel im Schuppen

Ställe, Speis, Keller, Dachboden – alles leer

Kinder spielen nicht mehr im Sand, nicht mit ihren Puppen



Öde und Stille haben sich bemerkbar vermehrt

Ein Gefühl, ein Augenblick, nicht zu beschreiben

Heimat für Freiheit aufgeben müssen, das zehrt

Bedrückende Qual, die ständige Frage „Gehen oder bleiben?“



Wenn man bedenkt, wer die Geschichte schreibt

Dass immer nur Macht und Geld zählen

Wenn am Ende nur organisierte Aussiedlung bleibt

Und Menschen müssen zwischen Freiheit und Heimat wählen



Es gab für Freiheit keinen anderen Weg, keine andere Wahl

Als zurücklassen, vergessen, verlieren, alles aufgeben

Heimat für Freiheit opfern müssen – lebenslängliche Seelenqual

Schmerzvoll, wenn Völker wandern müssen, statt in der Heimat Freiheit zu leben



Wobei die Macht der Mächtigen

Nur die Stacheldrahtgrenzen hätte öffnen müssen, damals

Leider, Arbeitskräfte hatten den wertvolleren Preis…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

               24.03.2020




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