Foto:©Elisabeth Anton
Man hätte nur die Grenzen öffnen müssen, damals…
Auf dem Tisch, keine
Petroleum-Lampe mehr
Die Sichel hängt nicht
mehr am Nagel im Schuppen
Ställe, Speis, Keller,
Dachboden – alles leer
Kinder spielen nicht
mehr im Sand, nicht mit ihren Puppen
Öde und Stille haben
sich bemerkbar vermehrt
Ein Gefühl, ein
Augenblick, nicht zu beschreiben
Heimat für Freiheit
aufgeben müssen, das zehrt
Bedrückende Qual,
die ständige Frage „Gehen oder bleiben?“
Wenn man bedenkt,
wer die Geschichte schreibt
Dass immer nur Macht
und Geld zählen
Wenn am Ende nur
organisierte Aussiedlung bleibt
Und Menschen müssen
zwischen Freiheit und Heimat wählen
Es gab für Freiheit
keinen anderen Weg, keine andere Wahl
Als zurücklassen,
vergessen, verlieren, alles aufgeben
Heimat für Freiheit
opfern müssen – lebenslängliche Seelenqual
Schmerzvoll, wenn Völker
wandern müssen, statt in der Heimat Freiheit zu leben
Wobei die Macht der
Mächtigen
Nur die Stacheldrahtgrenzen
hätte öffnen müssen, damals
Leider,
Arbeitskräfte hatten den wertvolleren Preis…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
24.03.2020

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