Foto:©Elisabeth Anton
„Heimaturlaub“
Wehe dem, den man an der Grenze gefangen
Da war ein Tod durch Erschießen noch ein Geschenk
Ob Blut überströmt, Zähne ausgeschlagen, SIE sangen
Es gab ja „Heimaturlaub“ dafür. Diktaturgeschenk
„Landesverräter“ wurden sie genannt
Die man an den Grenzen gefangen, weil Freiheit ersehnt
Diejenigen, die eine Diktatur als „unmenschlich“ benannt
Deren Namen hat man „betont“ erwähnt
Wehe dem, dem die Flucht nicht gelungen
Der in die Hände dieser Analphabeten geraten
SIE taten alles, bis man „gesungen“
Ob mit Ketten zugeschlagen, Knüppel, Gewehr oder Spaten
Dass, so viele Gräueltaten überhaupt möglich
Von Mensch zu Mensch, ließ mich über Wochen schweigen
Ich musste bewusst atmen, um nicht zu ersticken mein Ich
Vor Unwohlsein, was ich gesehen. Musste mich vor dem Himmel verneigen
DIE, DIE hatten keinerlei Skrupel, egal an welcher Grenze
dich gefangen
DIE waren, mit allen Details zur Zerstörung deines Lebens, bestens
„trainiert“
Um Landesverräter halbtot zu schlagen, wenn sie nicht „sangen“
Wenn einer nicht überlebte, das wurde noch zelebriert
„Heimaturlaub“, ein Geschenk seitens der Diktatur
Für Grenzsoldaten, die Landesverräter an der Grenze „geschnappt“
Glück dem, der dieses Verprügeln, diese Folter überlebt, mit
tiefer Spur
Mit Lichtblick nur, wenn die Falle nicht für immer zugeschnappt…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
31.01.2020
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