Samstag, 13. Juni 2020

„Heimaturlaub“

















Foto:©Elisabeth Anton


„Heimaturlaub“       





Wehe dem, den man an der Grenze gefangen

Da war ein Tod durch Erschießen noch ein Geschenk

Ob Blut überströmt, Zähne ausgeschlagen, SIE sangen

Es gab ja „Heimaturlaub“ dafür. Diktaturgeschenk



„Landesverräter“ wurden sie genannt

Die man an den Grenzen gefangen, weil Freiheit ersehnt

Diejenigen, die eine Diktatur als „unmenschlich“ benannt

Deren Namen hat man „betont“ erwähnt



Wehe dem, dem die Flucht nicht gelungen

Der in die Hände dieser Analphabeten geraten

SIE taten alles, bis man „gesungen“

Ob mit Ketten zugeschlagen, Knüppel, Gewehr oder Spaten



Dass, so viele Gräueltaten überhaupt möglich

Von Mensch zu Mensch, ließ mich über Wochen schweigen

Ich musste bewusst atmen, um nicht zu ersticken mein Ich

Vor Unwohlsein, was ich gesehen. Musste mich vor dem Himmel verneigen



DIE, DIE hatten keinerlei Skrupel, egal an welcher Grenze dich gefangen

DIE waren, mit allen Details zur Zerstörung deines Lebens, bestens „trainiert“

Um Landesverräter halbtot zu schlagen, wenn sie nicht „sangen“

Wenn einer nicht überlebte, das wurde noch zelebriert



„Heimaturlaub“, ein Geschenk seitens der Diktatur

Für Grenzsoldaten, die Landesverräter an der Grenze „geschnappt“

Glück dem, der dieses Verprügeln, diese Folter überlebt, mit tiefer Spur

Mit Lichtblick nur, wenn die Falle nicht für immer zugeschnappt…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                  31.01.2020








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