Foto:©Elisabeth
Anton
Zwei Welten
Mir ward´ so viel Glück gegeben
Mal die eine, mal die andere Welt
Mal Hoffnung, in Freiheit zu leben
Mal Heimat, Stacheldrahtgrenzen in Hatzfeld
Mal Eiserner Vorhang, eine Diktatur
Doch immer der Zauber meiner Gedankenwelt
Diese Zeit rahmte ich ein, in die Natur
Menschen, Natur - mein Dasein, in Hatzfeld
Ich trennte sie immer, diese zwei Welten
Damit diese bewachten Landesgrenzen mich nicht ersticken
Hüllte ich mich in meiner Heimat Natur. Hunde bellten
Mancher Krug in Scherben, manche Ziele missglücken
Was war das eine seltsame, verlorene Zeit
Dieses ewige Denken, nur ja kein Wort falsch, zu viel, zu sagen
Erfahrungen bereicherten mich, spürte ich Gewissheit
Dass sie immer ohne Antwort, manche Fragen
Ohne meiner Heimat Zauber, die wundervolle Natur
Die Menschen, der duftend reiche Garten
Wäre sie für mich tödlich gewesen, diese Diktatur
Diese lauernde Ungewissheit, dieses ewige Warten
Nie, nie hätte ich meine Heimat verlassen
Wäre sie nicht so erstickend gewesen, diese Diktatur
Niemals, nie hätte ich mein Hatzfeld verlassen
Nur um sie zu begehen, der Freiheit Spur
Freiheit, sie war, sie ist der Reichtum meiner Gedankenwelt
Stacheldrahtgrenzen, Kontrollposten. Meine Gedanken frei, nicht einsehbar
Hat diese Diktaturzeit auch grausamst gequält
Die Freiheit meiner Gedanken, immer nur mein Eigentum war
Seelenfolter, Schikanen, Beobachtungen, Tortur ohne Ende
Aber, in all meinem Sein gehörte sie immer nur mir
Die Macht meiner Gedanken, diese schweigenden Wände
Freiheit hat nicht nur ein Gesicht – ob da, ob dort, ob hier
Ich habe es überlebt, wenn auch bitterschwer
Mein Ich stets immer die Balance zwischen „Äußerung“ und „Möglichkeit“
Mal voller Hoffnung, mal überhaupt keine Ziele mehr
Aussiedlung gelungen. Ist das die gesuchte, erhoffte Freiheit…???
©Elisabeth
Anton, Speyer / Hatzfeld
01.09.2012

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