Mittwoch, 16. September 2020

Freiheit kann niemals eine zweite Heimat sein



Foto:©Elisabeth Anton


Freiheit kann niemals eine zweite Heimat sein                  

 

Die weißen Lilien am Gassenzaun

Sie schweigen in ihrer traurigen Schönheit

 

Wohlwissend, dass alle gehen

Um Freiheit zu leben, irgendwo auf dieser Welt

 

Der Flieder wiegt seine Krone hin und her

Seine Blüten fallen wie Tränen

 

Nur die Mauern, die Mauern von Elternhaus und Erinnerung

Sie schweigen stumm vor sich hin

 

Weil sie erkennen, spüren

Dass diese Aussiedlung ohne Zurück

 

Dass Heimat ausgelöscht, wie noch nie

Weil die Menschen Sprache, Sitten, alles mitgenommen

 

Im Aufatmen ihrer Hoffnung

Freiheit zu leben, ohne Stacheldrahtgrenzen

 

Nur eines vergaßen viele

Dass es im Leben keine zweite Heimat gibt

 

Für jene Menschen, die Heimat gelebt, geliebt

Den Weg ihrer Ahnen fortzusetzen, im Schoße vom Heimatgeborgenheit

 

Aussiedlung ist Aussiedlung

Eine zweite Heimat gibt es für mich nicht

 

In einer Welt von Freiheit, Frieden

Wo die Liebe von „Mensch“ zu „Mensch“ schon lange verstummt

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

               05.09.2020

 

 

 

 

 

 



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