Sonntag, 17. Januar 2021

Die letzten Rosen zum Wegkreuz gebracht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Die letzten Rosen zum Wegkreuz gebracht

 

Ein letztes Mal durch die Feldwege der Stille

Zum Wegkreuz hin, wohin ich oft Blumen gebracht

Schicksal kennt weder Wunsch noch Wille

Schon immer, mit Unvorhersehbarem uns bedacht

 

Ich stehe vor dem Kreuz, dort an der Wegkreuzung

Wo das Maisfeld in saftigem Grün thront

Wo Weizenähren zur goldenen Erinnerung

Wo der Sommer mit Blütenpracht belohnt

 

Ich lege die Rosen nieder, ein letztes Mal

Bete ein Vaterunser. Meine Tränen wie Nebellicht

Glück, Glück ist weder Kopf noch Zahl

Aussiedlung - Reise in die Fremde, mehr weiß ich nicht

 

Noch einmal schau ich über Mais- und Weizenfelder

Noch einmal höre ich den Heimatwind rauschen

Ein Echo von fernher, aus Nachbars Wälder

Ich umarme das Wegkreuz, dem Augenblick zu lauschen

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                 16.01.2021

 

 

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