Foto:©Elisabeth Anton
Meine Weizenähren, in jedem Sommer
Ein golden glänzender Stab im Wind
Ein Halm, es sind die Weizenähren
Ich liebte es, seit ich noch ein Kind
Der Kornfelder Rauschen zu begehren
Und wenn ich sanft die Halme berührt
Neigten sich die Ähren, als ob zum Gruß nur für mich
Diese Göttlichkeit unserer Natur, ich habe sie gespürt
Ein Gefühl so unbeschreiblich schön, so gnädig
Diese feinen Halme, so standhaft im Sonnenlicht
Aus ihren Ähren kam der Reichtum „Brot“
Lampenschirme aus Halmen geflochten. Ich vergesse nicht
Wie gut es geschmeckt, dieses selbstgebackene Brot
Jedes Jahr, zur herrlichen Sommerzeit
Wenn die Weizenähren sich umarmt im Abendwind
Pflückte ich eine Handvoll. In der Kirche Segen für die Brotzeit
Nahm die Ähren mit nach Hause, weil gesegnet, mir heilig sind
Eine kleine grüne Blumenvase aus Glas
Sie freute sich schon auf den reifen Ährenstrauß
Auf dem kleinen Tisch steht sie nicht mehr, die Vase aus Glas
Weil dies Kapitel meines Lebens durch „Aussiedlung“ zu Ende, aus
Heimat opfern müssen, weil Freiheit ersehnt
Wer kennt ihn schon, diesen Schmerz…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
17.10.2012

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