Sonntag, 7. Februar 2021

Meine Weizenähren, in jedem Sommer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Meine Weizenähren, in jedem Sommer

 

Ein golden glänzender Stab im Wind

Ein Halm, es sind die Weizenähren

Ich liebte es, seit ich noch ein Kind

Der Kornfelder Rauschen zu begehren

 

Und wenn ich sanft die Halme berührt

Neigten sich die Ähren, als ob zum Gruß nur für mich

Diese Göttlichkeit unserer Natur, ich habe sie gespürt

Ein Gefühl so unbeschreiblich schön, so gnädig

 

Diese feinen Halme, so standhaft im Sonnenlicht

Aus ihren Ähren kam der Reichtum „Brot“

Lampenschirme aus Halmen geflochten. Ich vergesse nicht

Wie gut es geschmeckt, dieses selbstgebackene Brot

 

Jedes Jahr, zur herrlichen Sommerzeit

Wenn die Weizenähren sich umarmt im Abendwind

Pflückte ich eine Handvoll. In der Kirche Segen für die Brotzeit

Nahm die Ähren mit nach Hause, weil gesegnet, mir heilig sind

 

Eine kleine grüne Blumenvase aus Glas

Sie freute sich schon auf den reifen Ährenstrauß

Auf dem kleinen Tisch steht sie nicht mehr, die Vase aus Glas

Weil dies Kapitel meines Lebens durch „Aussiedlung“ zu Ende, aus

 

Heimat opfern müssen, weil Freiheit ersehnt

Wer kennt ihn schon, diesen Schmerz…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                 17.10.2012

 

 

 

 

 

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