Foto:©Elisabeth Anton
Angst ist nicht Angst…
Nur hie und da mal ein brennendes Straßenlicht
Die Alleen, welch blühende Akazienbaumkronen
„Steht dort jemand oder nicht?“ - oft die Frage auf dem Nachhauseweg
Derer, die aus der Spätschicht kamen, am Stadtrand wohnen
War man, vom Nachtzug kommend, in Begleitung
War der Nachhauseweg nicht so schwer
Diese Finsternis, welch dunkle Umnachtung
Vor allem, wenn der Himmel sternenleer
War man, vom Bahnhof kommend, bei Nacht
Ganz allein, manche Angst spürbare Umklammerung
Das Herz rasend, als ob lärmend die Nacht
Welch aufwühlende, furchtbare Erinnerung
Laufen, laufen durfte man nicht
Sonst wachten alle Hunde auf, bellten, man konnte nicht hören
Wenn Schritte sich nähern. Ich vergaß bis heute nicht
Wie erstickend die Angst manchmal, bereit, fast zu zerstören
Ich ging immer unbeschwert und allein
Ich kannte die Angst nicht, hatte nie Angst, nie
Die Dunkelheit störte mich nicht, nur ein bestimmter Vorfall allein
„Verprügelter Grenzgänger“, weil er Freiheit ersehnt. Ich vergesse nie
Nach diesem Vorfall, dieser Zeit, ich konnte nicht mehr
Ich ging nie mehr allein durch die Gassen, bei Dunkelheit
Wer das nie erlebt, der begreift es schwer
Wie grausam Diktatur, Stacheldrahtgrenze, wo dahinter „ersehnte Freiheit“...
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
21.02.2014

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