Mittwoch, 26. Mai 2021

Angst ist nicht Angst…


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Angst ist nicht Angst…                          

 

 Nur hie und da mal ein brennendes Straßenlicht

Die Alleen, welch blühende Akazienbaumkronen

„Steht dort jemand oder nicht?“ - oft die Frage auf dem Nachhauseweg

Derer, die aus der Spätschicht kamen, am Stadtrand wohnen

 

War man, vom Nachtzug kommend, in Begleitung

War der Nachhauseweg nicht so schwer

Diese Finsternis, welch dunkle Umnachtung

Vor allem, wenn der Himmel sternenleer

 

War man, vom Bahnhof kommend, bei Nacht

Ganz allein, manche Angst spürbare Umklammerung

Das Herz rasend, als ob lärmend die Nacht

Welch aufwühlende, furchtbare Erinnerung

 

Laufen, laufen durfte man nicht

Sonst wachten alle Hunde auf, bellten, man konnte nicht hören

Wenn Schritte sich nähern. Ich vergaß bis heute nicht

Wie erstickend die Angst manchmal, bereit, fast zu zerstören

 

Ich ging immer unbeschwert und allein

Ich kannte die Angst nicht, hatte nie Angst, nie

Die Dunkelheit störte mich nicht, nur ein bestimmter Vorfall allein

„Verprügelter Grenzgänger“, weil er Freiheit ersehnt. Ich vergesse nie

 

Nach diesem Vorfall, dieser Zeit, ich konnte nicht mehr

Ich ging nie mehr allein durch die Gassen, bei Dunkelheit

Wer das nie erlebt, der begreift es schwer

Wie grausam Diktatur, Stacheldrahtgrenze, wo dahinter „ersehnte Freiheit“...

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                 21.02.2014

 

 

 

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