Foto:©Elisabeth Anton
Der allerletzte Blick
Der allerletzte Blick
Ein Haus
Das große Tor
Fenster ohne Gardinen
Ein Rauchfang
Der nie mehr raucht
Ein Pumpbrunnen
Der nie wieder fließt
Der große Schlüssel
Will sich nicht drehen
Zum letzten Absperren
Vor Schlüsselübergabe
An diesen Staat
An diese Heuchler der Diktatur
Diese Vernichter von Leben und Heimat
Diese Geld- und Machtgierigen
Dann drehte ich meinen Blick
Weg vom Elternhaus
Weg vom Holztor
Von einst gelebten Jahren im Glück
Drehte mich zu meinem Traum
Sah den Weg nach vorne
Richtung Freiheit, Land ohne Stacheldrahtgrenzen
Heute, heute vor 41 Jahren war das so
Die Jahrzehnte, von der Vergänglichkeit mitgenommen
Die Wirklichkeit schreibt ins Buch der Geschichte
Aussiedlung hieß Heimat opfern, Freiheit bekommen
Tragödie in Großbuchstaben – ob Roman, ob Gedichte
Der allerletzte Blick
Er schloss Lebenskapitel von vier Generationen
Heute, heute denke ich oft zurück
Und weiß: Freiheit und Heimat, auch sie sind „Glücksportionen“
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
13.07.2021

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