Montag, 19. Juli 2021

Meine Welt, Radegunde und ihr Papa


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Meine Welt, Radegunde und ihr Papa           

Wenn Alzheimer dein Schicksal, Schicksal dir nicht hold  

 

Meine Welt ist nicht das Ankleidezimmer

Nicht der strahlend glänzende Spiegel

Meine Welt ist der Augenblick, schon seit immer

Ihm schenkte ich Zeit, Dank, Gütesiegel

 

Wenn es sich nicht verirrte bei mir, das Glück

Bat ich den Schmerz: „Leg dich wie Plissee in Falten!“

Kleider, Spiegel, Schminke – für mich nur ein Stück

Zeitvertreib anderer, ohne künstlerisches Gestalten

 

Meine Welt war, ist ein ganz besonderer Raum

Er bewegt seine Pfade in meines Herzens Welt

Ich musste ihn so oft, für mein Kind aufgeben, manchen Traum

Ich lebte, lebe die Augenblicke, wie es „Beiden“ gefällt

 

Mein Kind, meine große Liebe, sie waren schon immer

Inhalt, Glück, Reichtum meiner Jahrzehnte Stunden

Ich mag Schlösser, Burgen, Natur, kein Ankleidezimmer

Mein Herz, meine Füße, Hände, trugen uns zur Sonne, mit allen Wunden

 

Unsere Welt war, ist der Natur grünes Blättermeer

Wir lebten, leben diese Wunder in jedem Augenblick, ohne Spiegel

Meine Welten waren und sind Geben, Ehrfurcht, Umarmung, mehr und mehr

Und die Liebe, das unsichtbare felsenfeste Siegel

 

Meine Welt war, ist die Pflicht für meinen Mann, mein Kind

Meine Welt war, ist der Himmel, dieses kristalline Sternenzimmer

Meine Welten sind mein Kind, mein Mann, der streichelnde Abendwind

Meine Welten sind, niemals, weder Spiegel noch Ankleidezimmer…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                 07.04.2009

 

 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Töten, Töten auch zur Weihnachtszeit

                  Foto:©Elisabeth Anton     Töten, Töten auch zur Weihnachtszeit                                     Wer kann das verant...