Foto:©Elisabeth Anton
Meine Welt, Radegunde und ihr Papa
Wenn Alzheimer dein Schicksal, Schicksal dir nicht hold
Meine Welt ist nicht das Ankleidezimmer
Nicht der strahlend glänzende Spiegel
Meine Welt ist der Augenblick, schon seit immer
Ihm schenkte ich Zeit, Dank, Gütesiegel
Wenn es sich nicht verirrte bei mir, das Glück
Bat ich den Schmerz: „Leg dich wie Plissee in Falten!“
Kleider, Spiegel, Schminke – für mich nur ein Stück
Zeitvertreib anderer, ohne künstlerisches Gestalten
Meine Welt war, ist ein ganz besonderer Raum
Er bewegt seine Pfade in meines Herzens Welt
Ich musste ihn so oft, für mein Kind aufgeben, manchen Traum
Ich lebte, lebe die Augenblicke, wie es „Beiden“ gefällt
Mein Kind, meine große Liebe, sie waren schon immer
Inhalt, Glück, Reichtum meiner Jahrzehnte Stunden
Ich mag Schlösser, Burgen, Natur, kein Ankleidezimmer
Mein Herz, meine Füße, Hände, trugen uns zur Sonne, mit allen Wunden
Unsere Welt war, ist der Natur grünes Blättermeer
Wir lebten, leben diese Wunder in jedem Augenblick, ohne Spiegel
Meine Welten waren und sind Geben, Ehrfurcht, Umarmung, mehr und mehr
Und die Liebe, das unsichtbare felsenfeste Siegel
Meine Welt war, ist die Pflicht für meinen Mann, mein Kind
Meine Welt war, ist der Himmel, dieses kristalline Sternenzimmer
Meine Welten sind mein Kind, mein Mann, der streichelnde Abendwind
Meine Welten sind, niemals, weder Spiegel noch Ankleidezimmer…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
07.04.2009
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