Montag, 16. August 2021

Augenblick, du reiche Erinnerungsspur


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Augenblick, du reiche Erinnerungsspur                    

 

Der kleine Marienkäfer auf dem Blütenblattrand thront

Der Mistkäfer genießt seinen Misthaufen

Der Maulwurf, tief unter der Erde wohnt

Die Würmer sich durch den Regen saufen

 

Der Schmetterling fliegt von Blüte zu Blütenblattrand

Die Libelle, sie tanzt so graziös ihre Kür

Fröhliche Kinder spielen mit Puppenkochgeschirr im Sand

Der stumpfe Besen lehnt schweigend an der alten Gartentür

 

Die Ameisen tummeln sich über den Erdboden

Die Bienen saugen genüsslich den Nektar

Die Motten glücklich, zuhause im alten Loden

So endlos reich die Stunde, das Jahr

 

Der Spinne Netz zittert so sanft im Morgenrot

Ein Wunderwerk unserer Natur

Die Fliege zappelt nicht mehr, sie ist tot

Gefangen von der Spinne, ihrer so hauchdünnen Seidenschnur

 

Die Käfer kriechen im Garten hin und her

Von Beet zu Beet, je nach Lust und Laune

Natur, was bist du so allmächtig, so hehr

Über all deine Wunder ich dankbar staune

 

Die Maus bekümmert um ihr tägliches Brot

Der Hirschhornkäfer scheint sich zu verlaufen

Mal reiche Ernte, mal Elend und Not

Diesen heimatlichen Reichtum, nirgendwo zu kaufen

 

Die Blüten schließen ihre Kelche, der Abend naht

Keine Käfer, keine Hühner, keine Schwalben zu sehen

Alles geht zur Ruh, der Tag war zufrieden und satt

Erinnerungen, was könnt ihr mit mir so dankbar durch die Zeit gehen

 

Welch Reichtum gestreut meiner Seele

Da, da wo ich einst zuhause, daheim

Mit Heimweh im Herzen den Weg nach Hause ich wähle

Heimat, was können unsere Jahrzehnte so reiche Erinnerungen sein

 

Heimat, ich danke dir für all deine Gaben

Jahrzehnte daheim, meiner Seele Reichtum, unbezahlbar, einzigartig reich, schön

Man kann Heimat mit Stacheldrahtgrenzen und Freiheit nicht gleichzeitig haben

In der Heimat kann man frei, in der Freiheit nicht über Heimaterde gehen

 

Mein Hatzfeld, du Kleinod heimatlicher Vollkommenheit

Du Seelenreichtum, gelebt mit und von deinen Menschen, deiner Natur

Meine Jahrzehnte in der Heimat, meines Lebens wertvollste Zeit

Augenblick, was bist du eine so reich beladene Erinnerungsspur

 

Für meine Heimatjahrzehnte danke ich

Tief in mir ewig mein Heimweh wohnt

Du mein Hatzfeld, du bleibst meine Heimat, einzigartig

Solange der Hl. Florian stumm und königlich in deiner Mitte thront

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                    01.12.2012

 

 

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