Foto:©Elisabeth Anton
Der kleine Vogel aus Ton
Dein Platz vor den Verandascheiben, er ist leer…
So viele Jahrzehnte noch
Stand er vor den Fensterscheiben
Der Veranda. Ein Marienkäfer kroch
Zu ihm, doch er, er wollte nicht bleiben
Der kleine Marienkäfer flog in sein Blütenmeer
Weit hinaus in den farbenreichen Garten
Mein kleiner Vogel aus Ton, ich liebte ihn so sehr
Er konnte nicht fliegen, er musste auf mich warten
Dann nahm ich ihn in meine Hand
Meine Lippen berührten sein „Federkleid“
Was trillerte er seine Melodie. Ich setzte mich in den Sand
Mein kleiner „Tonvogel“, welch zufriedene, reiche Zeit
War ein Zirkus mal in die Stadt gekommen
Oder sonst an anderen Feiertagen
Hat man so seltene Kostbarkeiten bekommen
Freute sich, war zufrieden, an allen Tagen
Ob Vögel aus Ton, Stangenbonbon, Esel aus Holz
„Allawitschka“, ob Springball aus Sägemehl, ein Fächer aus Papier
Wir waren so zufrieden, jeder war so stolz
Solch ein Geschenk an diesen Tagen, welch Seelenzier
Lange stand er dort, vor den Verandascheiben, lange schon
Nach Lust und Laune ließ ich ihn seine Melodien „singen“
Ich blies mit aller Kraft in diesen Vogel aus Ton
Was konnte er uns so viel Freude und Zufriedensein bringen
Mein kleiner Vogel aus Ton
Lange, sehr lange ist´s her
Seit ich nicht mehr in der Spenglgass wohn´
Dein Platz vor den Verandascheiben, er ist leer…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
03.12.2012
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