Montag, 9. August 2021

Nie mehr…


 

 

 

 

 

 


 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Nie mehr…                         

 

Stumm meine Gedanken, mein Heimweh

Und dennoch trägt es mich nachhaus´

Ich schließe die Augen, durch unseren Garten ich geh

Lehne mich an die Hauswand, spüre mein Elternhaus

 

Ich spüre diese einzigartige Geborgenheit

Dieses Gefühl, da kann mir nichts passieren

Die Jahre in der Spenglgass, meine glücklichste Zeit

Es tut so gut, Erinnerungen Revue zu passieren

 

Nie mehr wird es, wie es mal war

Nie mehr, diese heimatliche Adventsluft

Nie mehr Weihnachten daheim, nie mehr „dieses Neujahr“

Das offene Ofenloch, der zugeschneiten Maisstängelgarben Luft

 

Nie mehr, dort hinten in der Ecke

Der so wunderschön blühende Holunderbaum

Nie mehr dieses Vieh, der Gänsestall, die Himbeerhecke

Nie mehr Heimat. Als ob alles mal ein Traum

 

Nie mehr das Kreuz am Wegrand

Draußen auf dem Feld, als Dank und Ehrfurcht zugleich

Nie mehr dieses Heimaterleben, dieses warme Band

Was war das alles so unbezahlbar, göttlich, reich

 

Vor jedem Wegkreuz bleib ich stehen

Die Hände zum Gebet, mein Blick zum Himmelszelt

Noch nie konnte ich an einem Wegkreuz vorbeigehen

Ohne stehen zu bleiben, ohne Gebet, ohne Dank dem Himmel bestellt

 

Nie mehr die duftenden altmodischen Spinnrosen am alten Brunnen

Nie mehr die weißen Lilien am Gassenzaun

Nie mehr im Mahagonistrauch die Bienen summen

Nie mehr dieser glücklich gelebte Heimatraum

 

Mein Heimweh, du kannst es nicht verstehen

Was so grausam der Geschichte Feder diktiert

Mein Herz, meine Gedanken, den Weg der Erinnerung gehen

Als ich die Zeit noch, ihre Augenblicke, durch Gold und Silber filtriert…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                  27.11.2012

 

 

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