Foto:©Elisabeth Anton
Nie mehr…
Stumm meine Gedanken, mein Heimweh
Und dennoch trägt es mich nachhaus´
Ich schließe die Augen, durch unseren Garten ich geh
Lehne mich an die Hauswand, spüre mein Elternhaus
Ich spüre diese einzigartige Geborgenheit
Dieses Gefühl, da kann mir nichts passieren
Die Jahre in der Spenglgass, meine glücklichste Zeit
Es tut so gut, Erinnerungen Revue zu passieren
Nie mehr wird es, wie es mal war
Nie mehr, diese heimatliche Adventsluft
Nie mehr Weihnachten daheim, nie mehr „dieses Neujahr“
Das offene Ofenloch, der zugeschneiten Maisstängelgarben Luft
Nie mehr, dort hinten in der Ecke
Der so wunderschön blühende Holunderbaum
Nie mehr dieses Vieh, der Gänsestall, die Himbeerhecke
Nie mehr Heimat. Als ob alles mal ein Traum
Nie mehr das Kreuz am Wegrand
Draußen auf dem Feld, als Dank und Ehrfurcht zugleich
Nie mehr dieses Heimaterleben, dieses warme Band
Was war das alles so unbezahlbar, göttlich, reich
Vor jedem Wegkreuz bleib ich stehen
Die Hände zum Gebet, mein Blick zum Himmelszelt
Noch nie konnte ich an einem Wegkreuz vorbeigehen
Ohne stehen zu bleiben, ohne Gebet, ohne Dank dem Himmel bestellt
Nie mehr die duftenden altmodischen Spinnrosen am alten Brunnen
Nie mehr die weißen Lilien am Gassenzaun
Nie mehr im Mahagonistrauch die Bienen summen
Nie mehr dieser glücklich gelebte Heimatraum
Mein Heimweh, du kannst es nicht verstehen
Was so grausam der Geschichte Feder diktiert
Mein Herz, meine Gedanken, den Weg der Erinnerung gehen
Als ich die Zeit noch, ihre Augenblicke, durch Gold und Silber filtriert…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
27.11.2012

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen