Dienstag, 14. Dezember 2021

„Heldengräber“










Foto:©Elisabeth Anton


„Heldengräber“                                                                                          

 

„Heldengräber“ werden sie genannt

Seit ich ein Kind, verstand ich nicht

 

„Wenn Helden, warum im Grab?“

Meine ewige Frage, nach diesem Wahnsinn

 

„Sie kämpften an vorderster Front

Wie Helden.“, sagte Großmutter

 

„Sie waren tapfer, mutig, an der Front

Sie hatten nur Pech, in einem Augenblick

 

Dass gerade sie von einer Kugel getroffen.“

Ich schaute zu Großmutter

 

Nahm ihre Hand und fragte:

„Pech und Glück, das gibt es auch im Krieg?“

 

In ihren Augen sah ich Tränen

Ich sah, wie sie versuchte, diese zu schlucken

 

Dann, als würde sie alle Kraft der Welt haben

Sagte sie: „Ja, mein Kind, gerade im Krieg braucht man Glück

 

Mehr als sonst wo, braucht man das Glück

Egal ob der Soldat an vorderster Front oder im Hinterland

 

Im Krieg, bei Naturkatastrophen

Ja, da braucht man das Glück, am allermeisten.“

 

„Heldengräber“, welch Wort, für ein Kind

Sagte ich leise zu Großmutter

 

Und sie drückte sanft, ohne Worte, meine kleine Kinderhand…

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                   03.04.2016

 

 

 

 

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