Foto:©Elisabeth Anton
„Heldengräber“
„Heldengräber“ werden sie genannt
Seit ich ein Kind, verstand ich nicht
„Wenn Helden, warum im Grab?“
Meine ewige Frage, nach diesem Wahnsinn
„Sie kämpften an vorderster Front
Wie Helden.“, sagte Großmutter
„Sie waren tapfer, mutig, an der Front
Sie hatten nur Pech, in einem Augenblick
Dass gerade sie von einer Kugel getroffen.“
Ich schaute zu Großmutter
Nahm ihre Hand und fragte:
„Pech und Glück, das gibt es auch im Krieg?“
In ihren Augen sah ich Tränen
Ich sah, wie sie versuchte, diese zu schlucken
Dann, als würde sie alle Kraft der Welt haben
Sagte sie: „Ja, mein Kind, gerade im Krieg braucht man Glück
Mehr als sonst wo, braucht man das Glück
Egal ob der Soldat an vorderster Front oder im Hinterland
Im Krieg, bei Naturkatastrophen
Ja, da braucht man das Glück, am allermeisten.“
„Heldengräber“, welch Wort, für ein Kind
Sagte ich leise zu Großmutter
Und sie drückte sanft, ohne Worte, meine kleine Kinderhand…
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
03.04.2016
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