Foto:©Elisabeth Anton
Heimat, das sind
Heimat, das sind
Dein Elternhaus
Der Ort, wo du geboren
Die Jahre, wo du gelebt
Ob Nachbarschaft, ob Freunde,
Brauchtum, Wiesen, Felder, der alte Bahnhof
Heimat, das sind
Die Jahre deiner Kindheit
Die Liebe deiner Eltern, Großeltern
Die Welt der Blumengärten
Der Höfe, Schweineställe, Pferdekutschen
Der Jugend Tänze- und Liederzeit
Heimat, das sind
Dein Weg vor den Traualtar
In der geborgenen Welt deiner Heimatkirche
Die Schönheit der blühenden Baumalleen
Wenn die Hochzeitskutsche dich zur Kirche gefahren
Oder, diesen Weg du zu Fuß gegangen
Heimat, das sind
Die Stunden auf der Bank vor dem Haus
Die Nachbarn, die sich dazugesellt
Die spielenden Kinder zwischen den Akazienbaumreihen
Die Jungs, die auf der Hutwett Fußball gespielt
Die Tauben in ihrem Taubenschlag
Heimat, das sind
Hahnenkrähen am Morgen, aus allen Höfen zu hören
Hundebellen, wenn sich eine Veränderung gezeigt
Die Pferdeschlitten durch die heimatliche Winterzeit
Fleißige Menschen, die jahrein, jahraus
Geschuftet, gerackert, gespart
Heimat, das sind
Die bekannten Farben und Formen der Häusergiebel
Die Kompottgläser, Schinken und Speck, in der Speisekammer
Das Schweineschlachten vor Weihnachten
Das Ernteeinfahren in jedem Sommer und Herbst
Das Mais Lieschen, wo es noch keine Matratzen gegeben
Heimat, das sind
Das Stricken, Nähen, Häkeln
Wenn die Großeltern Enkel, Urenkel, „Handwerk“ beigebracht
Das „Hausseife-Kochen“, unter größter Vorsicht
Das sind die geweißten Baumstämme, ob Gassen, ob Garten
Das sind die Glocken deiner Heimatkirche
Heimat, das sind
Die Gräber auf deinem Heimatfriedhof
Wo jeder Grashalm entfernt
Damit die Gräber voller Blumen
Die Ehrfurcht zollen, den Verstorbenen gegenüber
Die Kreuze, mit oder ohne Fotos
Heimat, das sind
Gelebte Jahre, im Glanz einer Welt
Deren Geborgenheit, nirgendwo zu finden
Nur in der Heimat gelebt, gefühlt werden kann
Die Zeit mit den Eltern, Großeltern
Deren reichen Erfahrungen sie immer weitergegeben
Damit all die kommenden Generationen
Heimatwelt erhalten, Heimatgeborgenheit leben
Wie das von ihren Ahnen schon immer gelebt
Voller Ehrfurcht und Achtung, vor Heimaterde, Elternhaus, Kirche, Friedhof
Unter sternenreichem Himmelszelt
In Andacht und Ehrfurcht vor Leben, Erde, Himmel, Glaube und Sein
Heimat, das sind
Die Edelsteine deiner Jahrzehnte, wenn du gelebt, gespürt
Dass du zuhause, daheim, dort, wo alle dich grüßen
Wo jeder jeden kennt, Kirchenglocken und Sirenen verkünden
Ob jemand in Not, verstorben, wo es brennt
Wo des Nachbarn Türen immer offen
Wo deine Kirche kein Gittertor braucht
Weil sie immer offen, für jeden, weil niemand sie schändet
Weil Glaube noch ein Heiligtum der Seele
Und Dankbarkeit ein Zeichen von Ehrfurcht vor Menschen, dem Leben
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
06.06.2022

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