Foto:©Elisabeth Anton
Wenn am Ende nur noch Erinnerung und Heimweh bleiben
Nahe der Straßenecke, da stand ihr Elternhaus
Jahrzehnte voller Glück erlebt. Zu jeder Jahreszeit
Gingen Freude, Glück, Schmerz und Trauer ein und aus
Sie lebte spürbare Heimatgeborgenheit
Glückliche Jahrzehnte im Schoße von Heimat, Diktatur
Ein Überleben war oft bitter schwer
Ihr Elternhaus, all die Wunder der Natur
Ließen sie stark bleiben, mehr und mehr
Eines Tages kam sie in ihre Heimat wieder
Ihr Herz zerbrach, Tränen verschleierten das Sonnenlicht
Es gibt ihn nicht mehr, den weißen Flieder
Und ihr Elternhaus, erkennt man fast nicht
Wo einst gardinenbestückte Fensterscheiben
Überall blühende Akazienbaumkronen
Heute, des Windes einsames Treiben
Dort, wo nur noch Erinnerungen wohnen
Durch die rahmenlosen Fensterlöcher weht der Sommerwind
Vom Dachstuhl nichts mehr zu sehen
Der Giebel steht noch, alle Türen verschwunden sind
Ihre Schritte voller Wehmut, durch gelebte Heimatjahre gehen
Wo einst ihr Elternhaus, nur noch ein Ruinenrest
Blumenparadiese verschwunden, den alten Brunnen gibt es nicht mehr
Nirgendwo mehr erklingen Brauchtum, fröhliches Fest
Gassen ihrer Heimat, sie sind still, stumm und leer
Nicht mal vier Jahrzehnte haben Fremde und Geschichte gebraucht
Heimat auszulöschen, vieles zu vernichten,
Verschwunden das Haus, kein Schornstein mehr raucht
Nur ihr Herz, es kann auf Erinnerung und Heimweh nie verzichten
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
03.07.2022

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