Montag, 4. Juli 2022

Wenn am Ende nur noch Erinnerung und Heimweh bleiben


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Wenn am Ende nur noch Erinnerung und Heimweh bleiben

 

Nahe der Straßenecke, da stand ihr Elternhaus

Jahrzehnte voller Glück erlebt. Zu jeder Jahreszeit

Gingen Freude, Glück, Schmerz und Trauer ein und aus

Sie lebte spürbare Heimatgeborgenheit

 

Glückliche Jahrzehnte im Schoße von Heimat, Diktatur

Ein Überleben war oft bitter schwer

Ihr Elternhaus, all die Wunder der Natur

Ließen sie stark bleiben, mehr und mehr

 

Eines Tages kam sie in ihre Heimat wieder

Ihr Herz zerbrach, Tränen verschleierten das Sonnenlicht

Es gibt ihn nicht mehr, den weißen Flieder

Und ihr Elternhaus, erkennt man fast nicht

 

Wo einst gardinenbestückte Fensterscheiben

Überall blühende Akazienbaumkronen

Heute, des Windes einsames Treiben

Dort, wo nur noch Erinnerungen wohnen

 

Durch die rahmenlosen Fensterlöcher weht der Sommerwind

Vom Dachstuhl nichts mehr zu sehen

Der Giebel steht noch, alle Türen verschwunden sind

Ihre Schritte voller Wehmut, durch gelebte Heimatjahre gehen

 

Wo einst ihr Elternhaus, nur noch ein Ruinenrest

Blumenparadiese verschwunden, den alten Brunnen gibt es nicht mehr

Nirgendwo mehr erklingen Brauchtum, fröhliches Fest

Gassen ihrer Heimat, sie sind still, stumm und leer

 

Nicht mal vier Jahrzehnte haben Fremde und Geschichte gebraucht

Heimat auszulöschen, vieles zu vernichten,

Verschwunden das Haus, kein Schornstein mehr raucht

Nur ihr Herz, es kann auf Erinnerung und Heimweh nie verzichten

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                03.07.2022

 

 

 

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