Foto:©Elisabeth Anton
Noch einmal nur
Noch einmal nur
Durch die Gassen meiner Kindheit gehen
Noch einmal nur
Vor den vergessenen Namen mancher Gräber stehen
Noch einmal nur
Das Plätschern unseres artesischen Brunnens hören
Noch einmal nur
Die Botschaft von Vögel- und Froschkonzert erhören
Noch einmal nur
Die Sonne hinter Rapova hochsteigen sehen
Noch einmal nur
Vor den Flammen des Abendhorizontes stehen
Noch einmal nur
Lauschen, wie die weisen Alten erzählen
Noch einmal nur
Den Weg zu meinem Elternhaus wählen
Noch einmal nur
Ihn einatmen, den unvergessenen Akazienduft
Noch einmal nur
Sie tief in mir spüren, meiner Heimat Hutwettluft
Noch einmal nur
In meiner Heimatkirche beten, vor dem blumengeschmückten Altar
Noch einmal nur
Erinnerungen Revue passieren, wie es einst mal war
Noch einmal nur
Vor dem Heiligen Florian beten
Noch einmal nur
Voller Ehrfurcht, vor das Sternenzelt meiner Heimat treten
Noch einmal nur
Die Giebel, Gärten meiner Spenglgass sehen
Noch einmal nur
Vor dem majestätischen Abendrot stehen
Dort, dort im Westen
Wo meine Hatzfelder ihre letzte Ruhe gefunden
Dort, dort wo die Geschichte
Die letzten Blumengirlanden für ihre letzte Seite gebunden
Noch einmal nur
Ein letztes Mal, „Heimat, leb wohl!“ sagen
Noch einmal nur
Ihm hinterher schauen, dem letzten, Hatzfelder „königlichen Totenwagen“
Noch einmal nur
Von meinem Heimatfriedhof aus dem Abendrot winken
Noch einmal nur
Zum allerletzten Mal, Perlen meiner Erinnerungen in meinem Heimweh versinken
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
10.07.2016

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen