Freitag, 23. September 2022

Welch Fantasie, welch Kraft, welch Macht des Schweigens


 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Welch Fantasie, welch Kraft, welch Macht des Schweigens       

Manche Erinnerungen, die vergisst man nie

 

Manchmal, wenn ich sehr stark

Das sollte mal vorkommen

Dann malte ich meine Wörter in den Park

Wo die Liebe mich in ihre Arme genommen

 

Irgendwann, da hörte ich den, der mich ausfragte, sprechen

Merkte, ich muss nur sehr stark bleiben

„DER, DER darf mich nicht zerbrechen

Ich muss es nur überleben, dieser Sadisten Treiben.“

 

Daher, daher malte ich zu jedem Wort

Ein zutreffendes Bild mit den allerbuntesten Farben

„Schweigen“, da war er nicht so schön, dieser Ort

Ich band „den Fragenden“ in seine Krawatte fest, bis angeschwollen seine Narben

 

Oder, ich sah „ihn“ mit Pflaster, fest auf seinem Mund

Eben, auch für ihn mal „Schweigen“ verpasst

Natürlich waren sie schwer, beängstigend, Stund´ um Stund´

Zumal ich nicht in „deren Ideologie-Rahmen“ gepasst

 

Einmal, ich erinnere mich sehr genau

Da tobte der, fast elegant gekleidete, Zerstörer

„Glaubst du, ich bin hier zur Schau?“

Ich schwieg, machte aus seiner Gestalt einen Verschwörer

 

Ich sah ihn, in meiner Fantasie, mit Wein und Kuchen

Höfflich und sehr freundlich reden

„ER“, „ER“, musste sich einen Stuhl suchen

Obwohl er sich „groß“ gemeint, in seinem Garten Eden

 

Plötzlich, da verwandelte ich ihn in einen Kellner, müd und matt

Rennend von Tisch zu Tisch. Dann schrie seine Stimme laut

„Dein ewiges Schweigen habe ich satt!“

Mit voller Wucht seine Faust auf den Tisch er haut

 

Kellner, vor mir entkleidet, Monster wieder hier

„Du musst ruhig bleiben!“, redete ich mir ein

„Weißt du nicht, warum wir eigentlich hier?“

Schrie er, steckte wütend seinen Kugelschreiber ein

 

Einmal, da machte einer auf „höflich“

Und dachte wohl, so fängt er mich ein

Ganz schnell, steckte ich ihn in einen Käfig

Und ließ ihn Kanarienvogel ohne Federn sein

 

Was habe ich da alles erlebt, durchgemacht

Ob es Frühling-, Sommer-, Herbst- oder Winterzeit

Plötzlich, eine andere „Strategie“ der Herr sich ausgedacht

Nicht ahnend, dass mein Gehirn fernab jeder Niveaulosigkeit

 

Es war sehr schwer, ruhig zu bleiben, immer wieder zu schweigen

Vor allem, die Angst, ich habe gleich keine Kraft, keine Courage mehr

Nur vor „DEM“ werde ich mich nicht verneigen

Dann, dann half mir das tosend, rauschende Meer

 

Wie oft, so oft, da zauberte ich Bilder für mich

Um Ekelgefühle von mir fernzuhalten

Schweißgestank, Mundgeruch, ekelhaft, fast unerträglich

Ich blieb stark, damit meine Bilder mich in ihrem Bann festhalten

 

Kaum war ich auf der Straße, an der nächsten Ecke vorbei

So wichtig, dieses Ausfragen, diese Angst, sie waren vorbei

Jetzt geh ich nach Hause, in mein Naturrevier

Was DIE von mir denken, das war mir jetzt, auf der Straße, einerlei

 

Worte, Wörter, manche sah ich wie angenagelt auf dem Tisch

Wie eingeklemmt in der quietschenden Schublade

Manche bewegten sich im Raum, wellenförmig, wie ein Fisch

Manche, die erstickte ich bewusst, in einer Kiste mit Marmelade

 

Den Namen „dessen“, der im Bilderrahmen verewigt

Den kannte ich wie eine alte Speckschwarte zwischen den Zähnen

Ja nicht runterschlucken, unentschuldbar, nicht genehmigt

Die Leber schwoll schon, ohne, den Tyrannen laut zu erwähnen

 

Und wenn der Zynismus nicht zu überhören

Und ewige Drohungen mir bis ins Detail präsentiert

Meine Gedanken wach: „DER, DER will dich zerstören!

Das schafft er nicht, dazu, dazu zu untalentiert.“

 

Und so war ich, ständig, über Jahre, im ewigen Treiben

Kein lautes Denken möglich, keinerlei Freiheit

Da stellte sich die Frage nicht mehr: „Gehen oder bleiben?“

Es stand fest: „Ich muss fort, retten meine Lebenszeit.“

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                   31.10.2013

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Möge „Frieden“ unser Leben sein

                  Foto:©Elisabeth Anton     Möge „Frieden“ unser Leben sein                                        Im leisen Wind wiegen...