Foto:©Elisabeth Anton
Welch Fantasie, welch Kraft, welch Macht des Schweigens
Manche Erinnerungen, die vergisst man nie
Manchmal, wenn ich sehr stark
Das sollte mal vorkommen
Dann malte ich meine Wörter in den Park
Wo die Liebe mich in ihre Arme genommen
Irgendwann, da hörte ich den, der mich ausfragte, sprechen
Merkte, ich muss nur sehr stark bleiben
„DER, DER darf mich nicht zerbrechen
Ich muss es nur überleben, dieser Sadisten Treiben.“
Daher, daher malte ich zu jedem Wort
Ein zutreffendes Bild mit den allerbuntesten Farben
„Schweigen“, da war er nicht so schön, dieser Ort
Ich band „den Fragenden“ in seine Krawatte fest, bis angeschwollen seine Narben
Oder, ich sah „ihn“ mit Pflaster, fest auf seinem Mund
Eben, auch für ihn mal „Schweigen“ verpasst
Natürlich waren sie schwer, beängstigend, Stund´ um Stund´
Zumal ich nicht in „deren Ideologie-Rahmen“ gepasst
Einmal, ich erinnere mich sehr genau
Da tobte der, fast elegant gekleidete, Zerstörer
„Glaubst du, ich bin hier zur Schau?“
Ich schwieg, machte aus seiner Gestalt einen Verschwörer
Ich sah ihn, in meiner Fantasie, mit Wein und Kuchen
Höfflich und sehr freundlich reden
„ER“, „ER“, musste sich einen Stuhl suchen
Obwohl er sich „groß“ gemeint, in seinem Garten Eden
Plötzlich, da verwandelte ich ihn in einen Kellner, müd und matt
Rennend von Tisch zu Tisch. Dann schrie seine Stimme laut
„Dein ewiges Schweigen habe ich satt!“
Mit voller Wucht seine Faust auf den Tisch er haut
Kellner, vor mir entkleidet, Monster wieder hier
„Du musst ruhig bleiben!“, redete ich mir ein
„Weißt du nicht, warum wir eigentlich hier?“
Schrie er, steckte wütend seinen Kugelschreiber ein
Einmal, da machte einer auf „höflich“
Und dachte wohl, so fängt er mich ein
Ganz schnell, steckte ich ihn in einen Käfig
Und ließ ihn Kanarienvogel ohne Federn sein
Was habe ich da alles erlebt, durchgemacht
Ob es Frühling-, Sommer-, Herbst- oder Winterzeit
Plötzlich, eine andere „Strategie“ der Herr sich ausgedacht
Nicht ahnend, dass mein Gehirn fernab jeder Niveaulosigkeit
Es war sehr schwer, ruhig zu bleiben, immer wieder zu schweigen
Vor allem, die Angst, ich habe gleich keine Kraft, keine Courage mehr
Nur vor „DEM“ werde ich mich nicht verneigen
Dann, dann half mir das tosend, rauschende Meer
Wie oft, so oft, da zauberte ich Bilder für mich
Um Ekelgefühle von mir fernzuhalten
Schweißgestank, Mundgeruch, ekelhaft, fast unerträglich
Ich blieb stark, damit meine Bilder mich in ihrem Bann festhalten
Kaum war ich auf der Straße, an der nächsten Ecke vorbei
So wichtig, dieses Ausfragen, diese Angst, sie waren vorbei
Jetzt geh ich nach Hause, in mein Naturrevier
Was DIE von mir denken, das war mir jetzt, auf der Straße, einerlei
Worte, Wörter, manche sah ich wie angenagelt auf dem Tisch
Wie eingeklemmt in der quietschenden Schublade
Manche bewegten sich im Raum, wellenförmig, wie ein Fisch
Manche, die erstickte ich bewusst, in einer Kiste mit Marmelade
Den Namen „dessen“, der im Bilderrahmen verewigt
Den kannte ich wie eine alte Speckschwarte zwischen den Zähnen
Ja nicht runterschlucken, unentschuldbar, nicht genehmigt
Die Leber schwoll schon, ohne, den Tyrannen laut zu erwähnen
Und wenn der Zynismus nicht zu überhören
Und ewige Drohungen mir bis ins Detail präsentiert
Meine Gedanken wach: „DER, DER will dich zerstören!
Das schafft er nicht, dazu, dazu zu untalentiert.“
Und so war ich, ständig, über Jahre, im ewigen Treiben
Kein lautes Denken möglich, keinerlei Freiheit
Da stellte sich die Frage nicht mehr: „Gehen oder bleiben?“
Es stand fest: „Ich muss fort, retten meine Lebenszeit.“
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
31.10.2013
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen