Foto:©Elisabeth Anton
Das „schleichende Vergessen“
Wenn Alzheimer dein Schicksal wird
Das „schleichende Vergessen“, welch Tragödie
Schlimmer als der Tod, das Ende des Lebens
Sie ist verstummt, unsere Glückssymphonie
Ich schau zurück. Alles, aber auch alles, es war vergebens
Wir haben geschuftet, gerackert, gespart
Was haben wir so vielem, so oft entsagt
Damit sie golden wird, unseres Alters Herbstfahrt
Wenn wir irgendwann mal betagt
Wir haben geschuftet, geschwitzt, so oft verzichtet
Damit irgendwann der Herbst unseres Lebens ohne Sorgen
Und siehe da: Das Schicksal hat gerichtet
Es hat alles bestimmt, dass auch düster grau mein Morgen
Ich bin traurig und hilflos, traurig und ganz allein
Ich gehe durch die Straßen, ich kann mich nicht mehr freuen
Da kann Weihnachtslichterglanz noch so märchenhaft schön sein
In Gedanken bin ich woanders. Soll ich weinen, schreien, trauern, bereuen
Noch nie in meinem Leben war ich so hilflos, so traurig
Meine Tränen kann niemand mehr zählen
Es läuft mir den Rücken runter, seltsam schaurig
Wenn meine Gedanken manche Erinnerung wählen
Alles, alles war vergebens, nur noch restlos vergebens
Mit nur einem Atemzug blieb „unsere Welt“ einfach stehen
Ich weine. Warum? Warum ist das der Herbst unseres Lebens
Warum müssen wir im silbergrauen Nebelschleier durch unsere Jahre gehen
Es ist, als hätte mein Herz aufgehört zu schlagen
Diesen Schmerz kann niemand verstehen, niemand messen
Ich muss sie begreifen lernen, dulden und ertragen
Diese Tragödie unseres Lebens, „dein schleichendes Vergessen“
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
17.12.2005
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen