Foto:©Elisabeth Anton
Wie ein letztes Aufbäumen, Allerheiligen in der Heimat
Wenn Alzheimer zum Schicksal wird
Ich erinnere mich sehr gerne an die Novemberfahrt
Goldener Herbst begleitete uns über viele Stunden
Heute, heute glänzt nur sein Silberbart
Tief in der Seele spürt er nicht mehr alle Wunden
Es war wie ein letztes, wie ein allerletztes Aufbäumen
Bevor die Flut der Endlichkeit vor ihren unaufhaltsamen Wegen steht
Was haben wir nicht alles zurechtgerückt, in unseren Plänen, Träumen
Und heute? Heute, vor allem und überall, nur noch die Erinnerung steht
Es waren Stunden, so schön wie noch nie in meinem Leben
Als wäre es unsere letzte Fahrt in Begleitung von Dankbarkeit und Glück
Die wenigen Tage haben uns so viel Freude, so viel Glück gegeben
Heute weine ich, schaue, dankbar für alles, einfach zurück
Noch nie war er so fröhlich, so gut gelaunt
Er hat mich verwöhnt, voller Freude mir so vieles erzählt
Heute, heute manch einer nur noch staunt
Wie grausam das Schicksal seine Wege wählt
Wenn ich diese Welten so gegenüberstelle
Vor einigen Wochen noch unseres Lebens schönste Herbstfahrt
Und heute? Heute nur noch Tränen, Sorgenquelle
Was geblieben? Geblieben ist sein silbergrauer Bart
Grausam, meines Schicksals Entscheidung
Alles dahin. Es gibt nichts mehr zum Versäumen
Hilflos stehe ich da. Mein Leben ohne Sinn. Wo sind Glaube, Hoffnung
Dankbarkeit für die Novemberfahrt, ein Weg wie ein allerletztes Aufbäumen
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
17.12.2005
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