Foto:©Elisabeth
Anton
Wozu noch die Erinnerung?
Wenn Alzheimer zum Schicksal wird
Schon als Mutter, so viele Fragen mir gestellt
Warum gerade mein Kind, durch Arztfehler, nicht gesund
Und jetzt? Jetzt habe ich diese Frage wieder gewählt
Warum bleibe ich allein? Warum schweigend stumm dein Mund
Wie viel kann ein Mensch wohl ertragen
An Schmerz, Leid, Verzweiflung, Einsamkeit
Ohne Antwort bleiben sie alle, meine Fragen
Und ich weine nach einst gelebter Zweisamkeit
Hölle und Himmel waren mir gegeben
Über all der Jahrzehnte wertvollen Zeit
So oft ließ er mich einsam allein zurück, im Alltagsleben
Doch ich wusste: Irgendwann spüre ich wieder Geborgenheit
Wenn aber Hölle und Himmel, still und leise, ohne Abschied gehen
Und zurück bleibt eine verwirrte Gedankenwelt
Muss ich vor dem größten Schmerz meines Herbstes stehen
Und weiß nicht mal, warum der Himmel das für mich bestellt
Mit vielen Fragen bin ich allein, ganz allein geblieben
Und bete, dass die Kraft mich nie verlässt. Ich bete um Hoffnung
Wenn am Ende von allem nur noch dieser Schmerz geblieben
Scheint alles sinnlos. Wozu noch die Erinnerung?
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
11.12.2005
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