Sonntag, 19. November 2023

Herbstgedanken Richtung Heimat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Herbstgedanken Richtung Heimat                

 

Baumkronen wiegen sich im Herbstwind

Regen peitscht an die Fensterscheiben

Damals, ich war noch ein Kind

Meine Gedanken mich über Grenzen treiben

 

Daheim, in meiner Heimat Hatzfeld

Wenn die Schwalben versammelt zum großen Flug

Träumte ich von der fernen, unbekannten Welt

In Gedanken beneidete ich meiner Schwalben freien Flug

 

Sie durften über „diese Grenzen“ fliegen

Weit hinaus in ihre wärmere Welt

Sie mussten diese Stacheldrahtgrenzen nicht illegal verbiegen

Meinen Schwalben, jedes Jahr, diese Freiheit bestellt

 

Und wenn es Herbst in meinem Hatzfeld

Da spürte man die Macht der Natur

Fleißige Menschen füllten ihre Scheunen, Traktoren rigolten das Feld

Des Jahres Fleiß nun Brot, Nahrung, Wärme bestellt, Geschenke der Natur

 

Im Herbst, da leuchteten die Baumkronen

Jedes Blatt mit seiner einmaligen Farbenpracht

Fleiß, Wille und Kraft, um den Winter über versorgt zu wohnen

Um ihr mit Dankbarkeit zu begegnen, der Heiligen Weihnacht

 

Herbstregen bringt mir Erinnerungen von daheim

Als ich am Fenster stand, draußen strömender Regen

Heimweh, was kannst du so schmerzhaft sein

Wenn meine Gedanken auf ihren Nachhausewegen

 

Der Wind, er wirbelt sie durcheinander, die Regentropfen

Hörbar an den glasklaren Fensterscheiben

Mein Heimweh kann täglich bei mir anklopfen

Mir die Frage zu entlocken: „War es richtig zu gehen oder besser, zu bleiben?“

 

Heimat opfern müssen, für die Freiheit

Eine der unheilbarsten, schmerzvollsten Wunden

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                   07.10.2012

 

 

 

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