Foto:©Elisabeth Anton
Herbstgedanken Richtung Heimat
Baumkronen wiegen sich im Herbstwind
Regen peitscht an die Fensterscheiben
Damals, ich war noch ein Kind
Meine Gedanken mich über Grenzen treiben
Daheim, in meiner Heimat Hatzfeld
Wenn die Schwalben versammelt zum großen Flug
Träumte ich von der fernen, unbekannten Welt
In Gedanken beneidete ich meiner Schwalben freien Flug
Sie durften über „diese Grenzen“ fliegen
Weit hinaus in ihre wärmere Welt
Sie mussten diese Stacheldrahtgrenzen nicht illegal verbiegen
Meinen Schwalben, jedes Jahr, diese Freiheit bestellt
Und wenn es Herbst in meinem Hatzfeld
Da spürte man die Macht der Natur
Fleißige Menschen füllten ihre Scheunen, Traktoren rigolten das Feld
Des Jahres Fleiß nun Brot, Nahrung, Wärme bestellt, Geschenke der Natur
Im Herbst, da leuchteten die Baumkronen
Jedes Blatt mit seiner einmaligen Farbenpracht
Fleiß, Wille und Kraft, um den Winter über versorgt zu wohnen
Um ihr mit Dankbarkeit zu begegnen, der Heiligen Weihnacht
Herbstregen bringt mir Erinnerungen von daheim
Als ich am Fenster stand, draußen strömender Regen
Heimweh, was kannst du so schmerzhaft sein
Wenn meine Gedanken auf ihren Nachhausewegen
Der Wind, er wirbelt sie durcheinander, die Regentropfen
Hörbar an den glasklaren Fensterscheiben
Mein Heimweh kann täglich bei mir anklopfen
Mir die Frage zu entlocken: „War es richtig zu gehen oder besser, zu bleiben?“
Heimat opfern müssen, für die Freiheit
Eine der unheilbarsten, schmerzvollsten Wunden
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
07.10.2012

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