Foto:©Elisabeth Anton
Nur eine Stunde daheim, das wünsche ich mir eben
Nur eine Stunde daheim, zuhause in meiner Heimat
Das wünsche ich mir eben, Stunden am Samstagnachmittag in meinem Elternhaus
Noch einmal sorgenfrei spazieren, durch diese schöne Stadt
Mein Heimweh sehnt sich nach daheim, nach Stunden im Elternhaus
Das Gassenpflaster sauber gekehrt
Das Gras zwischen den Akazienbaumreihen mit der Sense gemäht
Heimat, was hast du mich so vieles gelehrt
Es tut weh, wie Erinnerung um Erinnerung wortlos geht
Heimat damals, damals zuhause, es war einmal
Mein Elternhaus, es steht noch der alte Brunnen auch
Die Holzfenster gestrichen, in jedem Jahr zweimal
Damit sie ewig halten. Über den Dächern, der silberweiße Rauch
Die Schwalbennester schon lange leer geblieben
An manchem Ort sogar ganz verschwunden
Keiner mehr die Gänse an die Kaul, Kühe auf die Weide getrieben
Für ein paar Stunden daheim, Geborgenheit keine mehr gefunden
Sie sind gegangen, weil jeder Freiheit gewollt
Heimat opfern für die Freiheit, der bitterste Preis im Leben
Über vier Jahrzehnte, so klanglos, so leise, einfach davongerollt
Heimat in der Fremde, wird es für mich nie geben
Samstagnachmittag daheim, noch schnell den langen Gang nass gewischt
Jede Tränke von Vieh und Tieren mit Wasser gefüllt, bis in die Nacht
Als ob das Feuer im Sparherd noch einmal, ein letztes Mal, zischt
Dann löscht es aus, weil mein Heimweh es mit meinen vielen Tränen bedacht
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
03.02.2024

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