Donnerstag, 8. Februar 2024

Nur eine Stunde daheim, das wünsche ich mir eben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:©Elisabeth Anton

 

Nur eine Stunde daheim, das wünsche ich mir eben            

 

Nur eine Stunde daheim, zuhause in meiner Heimat

Das wünsche ich mir eben, Stunden am Samstagnachmittag in meinem Elternhaus

Noch einmal sorgenfrei spazieren, durch diese schöne Stadt

Mein Heimweh sehnt sich nach daheim, nach Stunden im Elternhaus

 

Das Gassenpflaster sauber gekehrt

Das Gras zwischen den Akazienbaumreihen mit der Sense gemäht

Heimat, was hast du mich so vieles gelehrt

Es tut weh, wie Erinnerung um Erinnerung wortlos geht

 

Heimat damals, damals zuhause, es war einmal

Mein Elternhaus, es steht noch der alte Brunnen auch

Die Holzfenster gestrichen, in jedem Jahr zweimal

Damit sie ewig halten. Über den Dächern, der silberweiße Rauch

 

Die Schwalbennester schon lange leer geblieben

An manchem Ort sogar ganz verschwunden

Keiner mehr die Gänse an die Kaul, Kühe auf die Weide getrieben

Für ein paar Stunden daheim, Geborgenheit keine mehr gefunden

 

Sie sind gegangen, weil jeder Freiheit gewollt

Heimat opfern für die Freiheit, der bitterste Preis im Leben

Über vier Jahrzehnte, so klanglos, so leise, einfach davongerollt

Heimat in der Fremde, wird es für mich nie geben

 

Samstagnachmittag daheim, noch schnell den langen Gang nass gewischt

Jede Tränke von Vieh und Tieren mit Wasser gefüllt, bis in die Nacht

Als ob das Feuer im Sparherd noch einmal, ein letztes Mal, zischt

Dann löscht es aus, weil mein Heimweh es mit meinen vielen Tränen bedacht

 

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                 03.02.2024

 

 

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