Montag, 4. Juni 2018


Die Sprache                                                                                                
 
Die Sprache, sie ist
das Spiegelbild des Sprechenden,
das Spiegelbild des Schreibenden.
 
Die Sprache, sie ist
das Spiegelbild von Wissen
und Wortschatzreichtum,
 
wenn der Sprechende, der Schreibende,
ihre Erfahrungen preisgeben,
Gedanken- und Gefühlswelt auf Papier festhalten.
 
Die Sprache, sie ist
wie explodierende Macht
oder stilles Beschreiben.
 
Die Sprache, sie,
sie lähmt oder sie belebt,
sie baut auf oder ist niederschmetternd,
 
wenn sie wundervolle Gemälde zeichnet
oder alles wie Kahlschlag und Ruine hinterlässt –
je nachdem, welche Worte, wofür, wie gewählt.
 
Die Sprache, sie ist die Feder der Seele,
der Taktstock von Wissen und Gefühl,
in unübersehbarer Kürze oder im seitenreichen Roman.
 
Die Sprache, sie lässt alles beschreiben,
wenn ihre Worte sich auf ein Blatt Papier schmiegen -
je nachdem, wie der Schreibende sie zusammengefügt.
 
Die Sprache, sie ist
Stempel und Siegel einer Zivilisation –
ob ihr Wortwahlgefüge ein Meisterwerk der Kunst
oder eines des Kahlschlags…
 
©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
    17.04.2018

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