Sonntag, 10. Juni 2018

Heimat, deine Zeit


Heimat, deine Zeit…                                                                    

 Hatzfeld war meine Heimat, meine Welt,
 ausgeklammert, für mich, aus diesem Diktatursadismus

Weit über die Heide, über dieses Stück Gottesland
Breitet sich meiner Heimat goldene Einzigartigkeit
Überall Blumen, Bäume, unbeschreibliches Farbenband
So schnell war sie dahin - deine, unsere Zeit

So rasend eilten die Jahre in deinem Schoße dahin
So vergänglich, dein mir vertrautes Gesicht
Ich fühle mich wie deines Heimwehs Bettlerin
“Deine Geschichte” zu verstehen, versuche ich nicht

Ein Wenn und Aber, ein Warum und Dafür
Die Wege deiner Geschichte, über vieler Jahre Zeit
Es öffnete und schloss sich, stumm und lautlos, manche Tür
Ich spüre, sehe sie heute noch, deiner Menschen ehrliche Einmaligkeit

Blumen, Tiere, Bäume, Felder und Fluren
Reichtum, soweit mein Auge schaut
Heute, wandern meine Erinnerungen in alten Spuren
Zu Menschen, an Orte, die mir einst lieb und vertraut

Alles hat es bei dir gegeben – ein Gottesgarten
Deine Ahnen haben geschuftet, die Natur hat sie belohnt
In Gedanken spaziere ich durch Großmutters Garten
Da, wo ich als Kind einst gespielt, gelernt, gewohnt

Heimat! Deine Zeit drehte ihren Zeiger zu schnell, für mich
Die Jahrzehnte vergangen, wie des Herbstes Blättertanz
Alles so lange her, so spürbar vergänglich
Manches noch erhalten, manches verschwunden ganz

Heimat, so schnell war sie dahin - unsere, deine Zeit
Wundervolle Erinnerungsbilder, meiner Seele treu erhalten
Die Zeit in meiner Heimat, welch einzigartige Geborgenheit
Allmächtig, weil sie nie vergehen, diese Heimwehgewalten...

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld 
    29.06.2003

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