Meine
Großeltern, wie weise sie waren
Der
Morgen schiebt die Nacht beiseite
Der
Tag will seine Macht zeigen
Finsternis
gedrängt in unbekannte Weite
Der
Bäume Wipfel sich sanft im Wind neigen
Eisiger
Wintertag strahlt mir entgegen
Eisblumen
bemalen die Fensterscheiben
Kein
Schlitten mehr zu hören. Des Himmels Segen
Hat
alles mitgenommen, als es hieß „Gehen oder bleiben“
„Gehen“
wollte ich, weit in die Freiheit
Weil
ich, damals, nicht geahnt
Dass
Freiheit ohne Heimat eine schmerzvolle Zeit
Obwohl
meine Großeltern mich oft ermahnt
„In
der Heimat ohne Freiheit, in der Freiheit ohne Heimat
Das
ist ein Weg, nicht immer leicht zu gehen
Jeder
von uns nur eine Heimat hat
Es
ist nicht leicht, allein, in der Fremde zu bestehen
Ob
Freiheit da hilfreich kann sein
Oder
Heimat hinter Stacheldraht die bessere Wahl
Das
werden die Erfahrungen zeigen, sie allein
Werden
zeigen, ob Freiheit oder Heimatlosigkeit die größere Qual“
So
sprachen meine Großeltern zu mir
Sie
wollten den Weg mit mir gehen
Sie
wollten mir nur Enttäuschungen ersparen, dass HIER
Die
Freiheit zu finden, aber keine Hutwettwinde wehen
Wie
weise sie waren, meine Großeltern, wie weise
Sie
wussten: Freiheit ersetzt Heimat nie
Oft,
oft schon weinte ich, heimlich leise
Vermisse
sie, meiner Heimatjahre Naturgaben, ihre Gemäldesymphonie...
©Elisabeth
Anton, Speyer / Hatzfeld
07.01.2017
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