Sonntag, 17. März 2019

Meine Großeltern, wie weise sie waren









 









Meine Großeltern, wie weise sie waren 



Der Morgen schiebt die Nacht beiseite
Der Tag will seine Macht zeigen
Finsternis gedrängt in unbekannte Weite
Der Bäume Wipfel sich sanft im Wind neigen

Eisiger Wintertag strahlt mir entgegen
Eisblumen bemalen die Fensterscheiben
Kein Schlitten mehr zu hören. Des Himmels Segen
Hat alles mitgenommen, als es hieß „Gehen oder bleiben“

„Gehen“ wollte ich, weit in die Freiheit
Weil ich, damals, nicht geahnt
Dass Freiheit ohne Heimat eine schmerzvolle Zeit
Obwohl meine Großeltern mich oft ermahnt

„In der Heimat ohne Freiheit, in der Freiheit ohne Heimat
Das ist ein Weg, nicht immer leicht zu gehen
Jeder von uns nur eine Heimat hat
Es ist nicht leicht, allein, in der Fremde zu bestehen

Ob Freiheit da hilfreich kann sein
Oder Heimat hinter Stacheldraht die bessere Wahl
Das werden die Erfahrungen zeigen, sie allein
Werden zeigen, ob Freiheit oder Heimatlosigkeit die größere Qual“

So sprachen meine Großeltern zu mir
Sie wollten den Weg mit mir gehen
Sie wollten mir nur Enttäuschungen ersparen, dass HIER
Die Freiheit zu finden, aber keine Hutwettwinde wehen

Wie weise sie waren, meine Großeltern, wie weise
Sie wussten: Freiheit ersetzt Heimat nie
Oft, oft schon weinte ich, heimlich leise
Vermisse sie, meiner Heimatjahre Naturgaben, ihre Gemäldesymphonie...

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
             07.01.2017



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Das Leben hat seine Wege

                  Foto:©Elisabeth Anton     Das Leben hat seine Wege                                                   Manchmal kannst d...