Samstag, 13. Juli 2019

Unsichtbare Macht



















Unsichtbare Macht                      




Wer dreht am Rad der Jahreszeiten

Wer spannte den Himmel um unsere Welt

Wer lässt die Vögel in den Lüften gleiten

Wer klebte die Sterne ans Himmelszelt



Wer streute das viele Salz ins Meer

Wer gibt dem Vogel seinen unvergleichbaren Gesang

Wer trocknet die Gräser, lässt Wiesen blütenleer

Wer gibt den tosenden Wellen ihren wunderbaren Klang



Wer hat die Dünen in die Wüsten gestreut

Wer erbaute die Felsen in schwindelnder Höh´, dem Himmel so nah

Wer schenkt den Blumen Farbenpracht, die jeden erfreut

Wer weiß es schon, warum, wann, was geschah



Wer lässt das Gipfelkreuz den Stürmen trotzen

Wer lässt die Blütenkelche voller Farben und Formen sein

Wer lässt die Kakteen in ihrer Schönheit zur Sonne protzen

Wer bestimmt des Mondes Sichel, der Sonne wärmenden Schein



Wer lässt die Kieselsteine sich schleifen, im rauschenden Fluss

Wer lässt die Vögel ihr Zuhause finden

Wer sagt dem Donner, jetzt ist endlich Schluss

Wer lässt die jungen Tiere ihre Eltern finden



Wer lässt die Wolken ihren Reigen walten

Wer sagt dem Vogel, dass er nun sein Nest erbaue

Wer gibt den Meeresfluten ihre Gewalten

Wer sagt dem Specht, dass er im Takt an den Baum haue



Wer sagt der Sonne, sie soll die Schildkröteneier ausbrüten

Wer gab den schlüpfenden Schildkröten Instinkt Richtung Meer zu schwimmen

Wer lernt die Tiere, sich vor Gefahren zu hüten

Wer gibt dem Menschen Kraft und Gleichgewicht, die Felsenwände zu erklimmen



Wer lernt die Tiere in der Wüstenglut zu überleben

Woher kennen die vielen Tiere ihrer Rasse Rangordnung

Wer kann dem Erdbeben ein Zeichen der Verwüstung geben

Wer gab dem Blitz seine Macht zur feuerflammenden Landung



Wer lässt eine Mutter am Grabe weinen

Wer zeigt dem Schmetterling, wo seiner Lieblingsblüte süße Schönheit

Wer sagt dem Vogel, wie sich zur Schar vereinen

Wer bestimmt sie, für jeden von uns, die Lebenszeit

 

Wer sagt den Knospen, wann sie sich öffnen müssen

Wer lässt Kriege, Schmerz, Leid und Unheil geschehen

Wer lässt es niemals geschehen, dass Feinde sich küssen

Wer bestimmt auf unserer Erde das Kommen, das Bleiben, das Vergehen



Wer bestimmt das Ende jeden Lebens

Wer legt uns unsere eigene Uhr ins Herz hinein

Wer weiß im Voraus, ob etwas sich lohnt, ob es vergebens

Irgendwo, da muss die Macht dieses Unerklärbaren sein…



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

          13.04.2009




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