Foto:©Elisabeth Anton
Hatzfeld – mein
Heimatglück, mein Heimweh
Meine Heimat, du edler Ort
Wo einst meine Wiege stand
Ich schenke dir mein Heimweh, jedes Wort
In Gedanken reich ich dir meine Hand
Ich gehe durch die Straßen, nachdenklich
Deine Gassen, mit ihren stolzen Bäumen
Ich steh vor dem Friedhofstor, erinnere mich
Wie einst meine Stunden umrahmt von Träumen
Ich träumte von einem Hatzfeld
Ohne Grenzen, ohne Stacheldraht
Von einer gütigen, freien Welt
Wo unsere Erde ohne Feinde, ohne Grenznaht
Wo Felder, Wiesen, allen gehören
Wo kein Soldat mit Gewehr am Friedhof, Spital, am Bahnhof
steht
Wo Fremde nicht kommen, um Heimat zu zerstören
Wo Heidewind nicht mehr über den „Eisernen Vorhang“ weht
Wo ich träumte, die Ferne der Meere zu sehen
Eindrücke sammeln von unserer schönen Welt
Ohne „Diktatur-Schikanen“ über die Grenzen gehen
Um wieder nach Hause zu kommen, nach Hatzfeld
Ich wollte dich nie verlassen, du mein Hatzfeld
Das Schicksal stellte mich vor diese Entscheidung
„Gehen oder bleiben“ - nur dieser Weg zur Freiheit zählt´
Es gab sonst keinen Ausweg, keinerlei Hoffnung
Fast ein Jahrzehnt, nach meiner Ausreise
Als mir längst klar, dass ich nur Teil vom Plan einer
Aussiedlung
Bewegte sich der Diktatur Ende, auf eine Art und Weise
Die nicht vorgesehen, 1980, bei meiner Ausreise voller
Hoffnung
Heimat, das können viele nicht verstehen
Dass mein Heimweh dich jeden Tag berührt
Kann mit geschlossenen Augen durch deine Gassen gehen
Welch Wohltat, wenn mein Herz Heimatgefilde spürt
Dieses Gefühl, noch einmal zuhause zu sein
Wo ich es erlebt, meines Lebens schönstes Glück
Wo man zu keiner Stunde, mit keinem Leid allein
Wo man Freud und Leid geteilt, dahin kehre ich gerne zurück
Heimat, wie schade, dass die Welt
Der Mächtigen zu gierig, Heimat zu bewahren
Unsere ganze Menschheit, bald, auf den Kopf gestellt
Heimat, das Zuhause jeder Seele, behütet in all den Jahren
Heimat, das ist wie die Quelle für Strom, Fluss, Bächlein
Ohne Heimat, da kannst du nie heimkehren
Egal wie reich dein Leben, dein Glück, Erfolg, dein Sein
Wenn du kein Zuhause, wer soll dich umarmen, beschützen,
belehren
Heimat, das ist die Kraft der Lebensstunde
Wo deine Wiege stand, du den ersten Schritt getan
Heimat verlassen wegen Stacheldrahtgrenzen, da bleibt
Freiheit eine Wunde
Wenn Heimweh mich immer umarmt, nicht nur dann und wann
Mein Hatzfeld, oft träume ich mich zu dir
Hülle mich in längst vergangene Stunden, Jahrzehnte ein
Gelebte Erinnerungen, sie bleiben tief eingestanzt in mir
Solange mein Herz schlägt, wirst du mir Heimatglück und
Heimweh sein
©Elisabeth Anton,
Speyer / Hatzfeld
19.02.2013

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