Dienstag, 19. Mai 2020

Hatzfeld – mein Heimatglück, mein Heimweh

















Foto:©Elisabeth Anton

Hatzfeld – mein Heimatglück, mein Heimweh         





Meine Heimat, du edler Ort

Wo einst meine Wiege stand

Ich schenke dir mein Heimweh, jedes Wort

In Gedanken reich ich dir meine Hand



Ich gehe durch die Straßen, nachdenklich

Deine Gassen, mit ihren stolzen Bäumen

Ich steh vor dem Friedhofstor, erinnere mich

Wie einst meine Stunden umrahmt von Träumen



Ich träumte von einem Hatzfeld

Ohne Grenzen, ohne Stacheldraht

Von einer gütigen, freien Welt

Wo unsere Erde ohne Feinde, ohne Grenznaht



Wo Felder, Wiesen, allen gehören

Wo kein Soldat mit Gewehr am Friedhof, Spital, am Bahnhof steht

Wo Fremde nicht kommen, um Heimat zu zerstören

Wo Heidewind nicht mehr über den „Eisernen Vorhang“ weht



Wo ich träumte, die Ferne der Meere zu sehen

Eindrücke sammeln von unserer schönen Welt

Ohne „Diktatur-Schikanen“ über die Grenzen gehen

Um wieder nach Hause zu kommen, nach Hatzfeld



Ich wollte dich nie verlassen, du mein Hatzfeld

Das Schicksal stellte mich vor diese Entscheidung

„Gehen oder bleiben“ - nur dieser Weg zur Freiheit zählt´

Es gab sonst keinen Ausweg, keinerlei Hoffnung



Fast ein Jahrzehnt, nach meiner Ausreise

Als mir längst klar, dass ich nur Teil vom Plan einer Aussiedlung

Bewegte sich der Diktatur Ende, auf eine Art und Weise

Die nicht vorgesehen, 1980, bei meiner Ausreise voller Hoffnung



Heimat, das können viele nicht verstehen

Dass mein Heimweh dich jeden Tag berührt

Kann mit geschlossenen Augen durch deine Gassen gehen

Welch Wohltat, wenn mein Herz Heimatgefilde spürt



Dieses Gefühl, noch einmal zuhause zu sein

Wo ich es erlebt, meines Lebens schönstes Glück

Wo man zu keiner Stunde, mit keinem Leid allein

Wo man Freud und Leid geteilt, dahin kehre ich gerne zurück



Heimat, wie schade, dass die Welt

Der Mächtigen zu gierig, Heimat zu bewahren

Unsere ganze Menschheit, bald, auf den Kopf gestellt

Heimat, das Zuhause jeder Seele, behütet in all den Jahren



Heimat, das ist wie die Quelle für Strom, Fluss, Bächlein

Ohne Heimat, da kannst du nie heimkehren

Egal wie reich dein Leben, dein Glück, Erfolg, dein Sein

Wenn du kein Zuhause, wer soll dich umarmen, beschützen, belehren



Heimat, das ist die Kraft der Lebensstunde

Wo deine Wiege stand, du den ersten Schritt getan

Heimat verlassen wegen Stacheldrahtgrenzen, da bleibt Freiheit eine Wunde

Wenn Heimweh mich immer umarmt, nicht nur dann und wann



Mein Hatzfeld, oft träume ich mich zu dir

Hülle mich in längst vergangene Stunden, Jahrzehnte ein

Gelebte Erinnerungen, sie bleiben tief eingestanzt in mir

Solange mein Herz schlägt, wirst du mir Heimatglück und Heimweh sein



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                19.02.2013




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