Samstag, 9. Mai 2020

Tränen, welch Wunderwerk der Natur



 











Foto:©Elisabeth Anton

Tränen, welch Wunderwerk der Natur                                  





Träne, was bist du nur ein Wunderwerk

Du bist bei Leid zugegen, kannst Geist und Herz erfreuen

Du bist da, wenn Sorgen so massiv wie ein Berg

Ob der Alltag von Glück gezeichnet oder Bereuen



Wo kommst du nur her, wo bist du zuhaus

Wo ist dein Meer, wenn du einzeln dem Auge entrinnt´

Du bist da, ob allmächtig der Schmerz, klein oder groß der Applaus´

Du bist ein Wunderwerk der Natur, ein Phänomen, das gibt und nimmt



Du schenkst im tiefsten Kummer manche Erleichterung

Du bist bei mir, wenn mein Herz vom Glück alles bekommen

Träne, du bist da, ob ich im tiefsten Leid mit oder ohne Hoffnung

Du hast mich jahrzehntelang, still und wortlos, in deine Arme genommen



Ich spürte das besondere Nass deiner Gegenwart

Ich spürte deine Wärme, Kühle, wenn du mein Gesicht berührt

Du warst immer bei mir – ob Sonnenschein klar, ob die Stunde hart

Du, meine Träne, du hast mich immer Richtung Licht geführt



Die Tränen, sie fallen auf die Särge, tief ins Grab

Manchmal fallen sie auch auf einen weißen Brautstrauß

Sie fallen, wenn glückliches Wiedersehen des Schicksals Wanderstab

Sie fallen, wenn Ehe, Freundschaft oder das Leben aus



Du Träne, im Funkeln deiner Macht sah ich Regenbogenfarben

Beim Sonnenaufgang, so oft dich entfernt aus meinem Gesicht

Der Wind versuchte dich zu trocknen, dich und meine Narben

Tränen, meiner Seele Trost, wenn ihr Schmerz über das Leben spricht



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

                19.07.2009






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