Freitag, 19. Juni 2020

Heimat, dein letztes Kapitel Deutschtum längst ausgelöscht

















Foto:©Elisabeth Anton
  

Heimat, dein letztes Kapitel Deutschtum längst ausgelöscht                             





Heimweh, Heimweh nach meiner Heimat

Es quält mich dieses Gefühl seit Tag und Jahr

Hatzfeld, welch einzigartig, einmalige Stadt

Wo einst im Kirchenregister mein Geburtsjahr



Wo einst gestanden meine Wiege

Hundebellen, Hahnenkrähen noch Freude für die Seele

Wenn ich in Gedanken auf der Wiese liege

Wie damals, heute noch das Rauschen des artesischen Brunnens ich wähle



Das Froschkonzert in lauen Abendstunden

Das Schwalbennest mit seiner glücklichen Kinderschar

Heimweh, wie tief auch diese meine Wunden

Ich sehne mich nach Hause, in meine Heimat, Jahr für Jahr



Ich denke gerne an diese herrliche Zeit

Wo Menschsein, Charakter, die edlen Werte ihren Traum gelebt

Wo Heimaterde sie geschenkt, diese wärmende Geborgenheit

Wo das Herz noch Elternhaus, Zuhause, Heimat gelebt



Wo jeder sein Zuhause sich erbaut, in Ehren gehalten

Wo man Natur als Wunder der Göttlichkeit gesehen

Wo man noch Ehrfurcht vor den Himmelsgewalten

Wo man im Menschen noch das Gute, Würde und Treue gesehen



Heimatjahrzehnte, ihr seid meines Lebens wertvollste Zeit

Meiner Jahre Reichtum voller unbezahlbarem Glück

Meine Heimat, du bleibst diese wohltuende Geborgenheit

Dieses Kapitel deiner Geschichte, dieser Weg ohne Zurück



Wo des Baumes Wurzeln ihren Halt gefunden

Wo er blüht, im Wind der Heimat zur Reife

Da, wo der Baum mit seiner Quelle verbunden

Da bin ich zuhause, egal nach welcher Erinnerung ich greife



Mein Hatzfeld, du meiner Wiege Ort

Du warst, bist und bleibst mein Zuhause

Heimat leben – mal da, mal dort, mal weit fort

Das kann ich in der Fremde nicht. Mein Heimweh kennt keine Pause



Daheim, zuhause, wo mein Elternhaus, da ist meine Heimat

Diese einzigartige, wundervolle Natur, diese besondere Welt

Das ist diese einst von Stacheldraht erstickte Stadt

Wo Diktatur sie nie erreicht, „meine Welt, in meinem Hatzfeld“



Wo Mensch und Natur noch gerne erhört

Der heimatlichen Kirchen Abendglockenklang

Bis, plötzlich, Völkerwanderung durch Aussiedlung alles zerstört

Hatzfeld, dein letztes Kapitel Deutschtum ausgelöscht – ob Sturm, ob Abendglockenklang



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

               21.06.2014

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