Dienstag, 23. Juni 2020

Mein Herrgott, bitte, erhöre mein Gebet


















Foto:©Elisabeth Anton


Mein Herrgott, bitte, erhöre mein Gebet      

             Das Gebet einer Mutter...


So still das Gebet einer Mutter, bei Nacht

Wenn sie ihre Hände betend zum Himmel hält

Weint, weil ihr Leben mit so viel Sorgen und Leid bedacht

Sich fragt: „Wer hat das für mich ausgewählt?“



Wenn die Sterne dann ihr Licht zur Erde schicken

Sitzt eine Mutter noch immer am Fenster. Tränen fallen

Ihr Gebet so leise. Es schmerzt ihr Rücken

Ihre Tränen zu Eisblumen auf die Scheiben fallen



Ihre Tränen malen ein Bild auf die eiskalten Fensterscheiben

Ihre Hände zittern leicht, ihre Kraft fast am Ende

Warum der Sorgen so viel, so lange schon bei ihr bleiben

Das fragt sie sich. Zum Gebet faltet sie erneut ihre Hände



Sie schaut voller Hoffnung zum Himmelszelt

Sie betet zur Allmacht, sie friert an Leib und Herz

Warum? Warum, für mich, so viele Sorgen, Tränen gewählt

Warum lässt du zu, dass ich zerbreche am Schmerz



Hoffen und das Beten, sie sind mir geblieben

Daher bete ich jeden Abend, um Kraft, Hoffnung und Licht

Hoffen und das Beten, sie sind mir geblieben

Mein Herrgott, bitte, erhöre mein Gebet, vergiss mich nicht



©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld

              01.01.2009




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