Samstag, 18. Juli 2020

Erdulden, ertragen, schlucken

















Foto:©Elisabeth Anton

Erdulden, ertragen, schlucken
  Erinnerungen zweier Jahrzehnte      



Viele Ausreiseanträge. Hoffen. Warten
Erdulden, ertragen, schlucken
Abweisung. Erneutes Starten
Schaulustige, Sonnenblumenschalen auf die Erde spucken

Wieder Warten, Fragen, Tage zählen
Erneute Ausreiseanträge, erneute Demut
Alles nach deren Plan, nichts eigens zu wählen
Manch ein Sachbearbeiter wusste nicht, wozu ein Hut

Und immer und ewig, deren Drohung
Immer und immer wieder „uns“ ermahnt zur Disziplin
Da stülpt sich der Magen, bei jeder dieser Erinnerung
So viele Schikanen. Worte ohne Kopf, ohne Fuß, ohne Sinn

Und irgendwann, die Pässe in der Hand
Gepäck, Zoll, Grenzüberquerung
Endlich berührt der Zug ein fremdes Land
Dieser Weg, welch Nervenkampf, welch ewige Hoffnung

Dann, ein Entgleisen in ein fremdes Land
Wo Freiheit und Wohlstand überall zuhaus´
Erinnerungen, ich reich euch mal wieder meine Hand
Wie schön war es damals, daheim, in meinem Elternhaus

©Elisabeth Anton, Speyer / Hatzfeld
                 31.08.2012

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